Marcus Breuer

„Was am Anfang verloren geht, kann man nicht mehr aufholen“

Untersuchung zu Haltequoten in der Drogenrehabilitation

Was muss man tun, damit möglichst viele Patient/innen die Behandlung in einer stationären Drogenreha-Einrichtung planmäßig beenden? Diese Frage war der Ausgangspunkt für eine trägerinterne Studie in zehn Kliniken des Deutschen Ordens und eine vorausgehende Literaturrecherche. Betrachtet wurden die diversen Ausgestaltungsmöglichkeiten des Settings in den Einrichtungen und deren Auswirkungen auf die Haltequoten. Marcus Breuer stellt die im Laufe des Projekts gesammelten Daten vor und leitet daraus mögliche Einflussfaktoren auf die Haltequote und Hinweise für die Setting-Gestaltung ab. » zum Artikel

Joachim J. Jösch

Sucht und Sexualität

Mann (S)sucht Liebe

Wie wichtig sind gelingende Partnerschaft und Sexualität für ein Leben frei von Sucht? Über die Hälfte der Suchtrehabilitanden ist alleinstehend. Die meisten wünschen sich eine Partnerschaft. Im Fachkrankenhaus Vielbach wurde deutlich, dass diesem wichtigen Lebensbereich der Rehabilitanden bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Deshalb hat die Klinik eine umfassende, anonyme Befragung zum Thema „Partnerschaft und Sexualität“ durchgeführt und begonnen, die Behandlungsangebote entsprechend der Ergebnisse zu verändern. Joachim J. Jösch berichtet über die Entwicklungen in Vielbach und über eine neue Perspektive in der Behandlung von Suchtkranken. » zum Artikel

Prof. Dr. Andreas Koch, Iris Otto

„Weil sonst keiner zuständig ist …“

Umfrage zur Mitaufnahme von Kindern in der Suchtrehabilitation

In Deutschland wächst eine erhebliche Zahl an Kindern in suchtbelasteten Familien unter schwierigen Bedingungen auf. Allzu oft werden die Kinder vernachlässigt oder gar misshandelt. Die Folgen sind nicht selten Traumatisierungen und andere psychische Belastungen. In vielen Einrichtungen der Suchtrehabilitation existieren spezielle Betreuungskonzepte für die so genannten Begleitkinder von suchtkranken Rehabilitand/innen. Eine Umfrage unter Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe, die Kinder begleitend zur Suchtrehabilitation der Eltern aufnehmen und betreuen, zeigt das umfassende Angebotsspektrum, aber auch die unzureichende finanzielle Ausstattung dieses spezifischen Leistungsbereiches. Prof. Dr. Andreas Koch und Iris Otto stellen die Ergebnisse der Umfrage dar und berichten über Betreuungsplätze und Fallzahlen, über Betreuungsangebote und Personalausstattung sowie über die Finanzierung. » zum Artikel

Stefan Bürkle

Leistungserbringung im ethisch-ökonomischen Spannungsfeld

Einschätzungen aus Sicht der Freien Wohlfahrtspflege

Die Leistungserbringung in der Suchtrehabilitation unterliegt einer Reihe von organisationsinternen und externen Einflussfaktoren. Diese Faktoren können auf der konkreten Handlungsebene zu einem Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie führen. Stefan Bürkle beleuchtet im Detail, wie dieses Spannungsfeld zustande kommt, und stellt Überlegungen an, wie mit dieser Spannung – insbesondere bei einem christlich orientierten Wohlfahrtsverband – angemessen umgegangen werden kann. Als Richtschnur dient ihm das Prinzip vom „richtigen Handeln in verantwortbarer Praxis“. Zwei Beispiele für ethische Konflikte werden ausführlich dargestellt: die indikationsgeleitete Vermittlung in eine Rehaklinik und die ambulante Suchtrehabilitation. » zum Artikel

Dr. Volker Weissinger

Zugangswege erweitern, Übergänge optimieren

Handlungsbedarf und Handlungsansätze am Beispiel der Suchtrehabilitation

Suchterkrankungen gehören zu den psychischen Störungen mit der größten Behandlungslücke, nur wenige der Betroffenen lassen sich wegen ihrer Suchterkrankung behandeln. Dr. Volker Weissinger erläutert, an welchen Stellen im Hilfesystem angesetzt werden kann, um den frühzeitigen und nahtlosen Zugang zu Suchtkrankenhilfe und Entwöhnungsbehandlung zu verbessern. Systematisch beschreibt er für unterschiedliche Handlungsfelder, in denen sich abhängigkeitskranke Menschen bewegen, welche Maßnahmen dort erforderlich sind. Frühinterventionen im Krankenhausbereich und in Betrieben, ein Nahtlosverfahren aus dem Qualifizierten Entzug, die Nutzung von Routinedaten der Leistungsträger sowie eine bessere Zusammenarbeit mit den Jobcentern/Agenturen für Arbeit sind nur einige der im Artikel dargestellten Möglichkeiten. » zum Artikel