Lenea Reuvers

„Alkohol 2020“

Eine integrierte Versorgung von alkoholkranken Menschen in Wien

In Wien wurde mit dem Projekt „Alkohol 2020“ kostenträgerübergreifend ein integriertes Versorgungssystem entwickelt, das alkoholkranken Menschen individuelle, patientenorientierte Betreuung inklusive Behandlung und Rehabilitation bietet. Das Projekt wird von den Pensionsversicherungen, den Krankenversicherungen und der Stadt Wien gemeinsam finanziert und umgesetzt. Im Vordergrund steht die nahtlose Versorgung der Patient/innen durch aufeinander abgestimmte ambulante, stationäre, rehabilitative und integrationsfördernde Angebote. Lenea Reuvers, Leiterin des Projekts „Alkohol 2020“, stellt das Wiener Versorgungsmodell vor. » zum Artikel

Dr. Dieter Kunz, David Schneider

Fähigkeiten und Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen erfassen

Der ICF-basierte Fremdbeurteilungsbogen „Mini-ICF-APP“ als Standardinstrument in der Suchthilfe

Bei der Betreuung und Behandlung von Abhängigkeitskranken sollten sämtliche Lebensbereiche daraufhin befragt werden, welche Beeinträchtigungen, aber auch Ressourcen, für soziale und berufliche Teilhabe vorliegen. So kann der Bedarf an professioneller Hilfe konkret beschrieben und eine passgenaue Hilfeplanung eingeleitet werden. Vor diesem Hintergrund begann der Suchthilfeträger Jugendberatung und Jugendhilfe (JJ), den ICF-basierten Fremdratingbogen Mini-ICF-APP in seinen Einrichtungen einzusetzen. Erste Ergebnisse der Beurteilung mit dem Mini-ICF-APP stellen Dr. Dieter Kunz und David Schneider vor: Welche Beeinträchtigungen stehen im Vordergrund der betreuten/behandelten Klientel? Lassen sich je nach Einrichtungstyp oder Hauptsuchtmittel Unterschiede feststellen? Greifen die Hilfemaßnahmen? » zum Artikel

Dr. Peter Degkwitz, PD Dr. Uwe Verthein

Eingliederungshilfe für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen

Hamburger Studie evaluiert Wirksamkeit der EGH Sucht

Was bringt die Eingliederungshilfe Sucht? Diese Frage beschäftigte die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg. Die Zahl an Personen, die entsprechende Leistungen erhalten, steigt, ebenso die Dauer der bewilligten Maßnahmen sowie die Kosten insgesamt. Um diese Entwicklungen und die Wirksamkeit der Eingliederungshilfe Sucht zu untersuchen, wurde das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg mit einer Studie beauftragt. Dr. Peter Degkwitz und PD Dr. Uwe Verthein stellen die Studienergebnisse vor. » zum Artikel

Wolfgang Schmidt-Rosengarten

„Die Zukunft hat begonnen“

Aufruf zu einer digitalen Strategie in der Suchthilfe und Suchtprävention

Drohnen liefern Lebensmittel ins Haus, FinTechs bieten im rein digitalen Raum günstige Finanzdienstleistungen an, Autos werden nicht mehr gekauft, sondern per App ausgeliehen, wenn man sie braucht, der 3D-Druck macht Lager- und Lieferzeiten zu Anachronismen, die Heizung reguliert sich selbst, Roboter unterstützen nicht nur alte Menschen im Haushalt, Ärzte und Therapeuten werden per Chat konsultiert, und in der Suchthilfe … ja, was passiert eigentlich in der Suchthilfe? Wie kann sie den neuen Kommunikationsgewohnheiten gerecht werden? Wie werden sich ihre Angebote aufgrund der digitalen Möglichkeiten verändern (müssen)? Wolfgang Schmidt-Rosengarten ruft dazu auf, sich diesen Fragen zu stellen, und plädiert für die Entwicklung einer digitalen Strategie in der Suchthilfe und Suchtprävention – damit wir morgen nicht von gestern sind. » zum Artikel

Sabine Bösing

Das Selbstkontrolltraining SKOLL

Ein Angebot zur Überprüfung riskanter Konsum- und Verhaltensformen

Das Selbstkontrolltraining SKOLL richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, die sich im Austausch in der Gruppe darüber klar werden wollen, ob ihr Suchtmittelkonsum oder ihr suchtbezogenes Verhalten schon problematisch ist. SKOLL ist ein Training – keine Behandlung oder Therapiegruppe – und hilft den Teilnehmenden, ihr eigenes Verhalten kritisch wahrzunehmen und besser mit Risikosituationen wie Stress und Konflikten sowie mit Rückschritten umzugehen. Sabine Bösing stellt Aufbau und Ziele des SKOLL-Programms vor und beschreibt insbesondere die Rolle der Trainerinnen und Trainer. » zum Artikel

Drogenabhängige zwischen Therapie und Strafe

Interview mit Rechtsanwalt Alexander Eberth (München) über Veränderungen im Umgang mit dem Betäubungsmittelgesetz

Alexander Eberth hat im Jahr 1972 den späteren Suchthilfeträger Condrobs e. V. mitgegründet und ist für diesen auch heute noch aktiv. Im Hauptberuf ist er Rechtsanwalt und gilt als einer der besten Kenner des Betäubungsmittelrechts. Jost Leune vom Fachverband Drogen- und Suchthilfe (fdr) sprach für KONTUREN mit Alexander Eberth darüber, was in den vergangenen 35 Jahren aus den „Therapie statt Strafe“-Regelungen im Betäubungsmittelgesetz geworden ist und was er sich für die Zukunft der Rechtsprechung im Bereich Betäubungsmittelkriminalität wünscht. Das Gespräch können Sie im O-Ton verfolgen, es steht als Video zur Verfügung. » zum Artikel

Wolfgang Schmidt-Rosengarten

Dieses Spiel muss ein Ende haben!

Anfang 2017 treten neue, restriktivere Regeln für Spielhallen in Kraft – oder setzt sich die Lobby der Betreiber doch durch? Ein Zwischenruf

Das Spiel an Geldspielautomaten gilt als das Glücksspiel mit dem höchsten Suchtrisiko. Doch erst im Glücksspielstaatsvertrag von 2012 wurde es offiziell als Glücksspiel definiert, nachdem Geldspielautomaten jahrzehntelang als „Unterhaltungsgeräte mit Geldgewinnmöglichkeiten“ galten. Der Glücksspielstaatsvertrag von 2012 und entsprechende Länderspielhallengesetze sollen die Verbreitung und die Umsatzmöglichkeiten von Spielhallen stärker regulieren. Nach einer Übergangszeit von fünf Jahren treten ab 2017 die neuen, restriktiveren Regelungen in Kraft. Wolfgang Schmidt-Rosengarten beschreibt in seinem Zwischenruf die dadurch angetriebene Lobbyarbeit der Branche und appelliert an die Kommunalpolitik, die gesetzlichen Vorgaben konsequent umzusetzen. » zum Artikel

Dieter Ameskamp, Dr. med. Thomas Kuhlmann, Astrid Leicht, Hans-Günter Meyer-Thompson, Dr. med. Sibylle Quellhorst, Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter, Dr. Theo Wessel

Flüchtlinge und (Opioid-)Abhängigkeit

Die Hürden zur Behandlung

Flucht und Traumata erhöhen die Gefahr eines missbräuchlichen Konsums von psychotropen Substanzen. Zugleich stammen viele der nach Deutschland geflüchteten Menschen aus Herkunftsländern, in denen Opioidgebrauch weit verbreitet und kulturell akzeptiert ist. Es ist davon auszugehen, dass eine nennenswerte Zahl an Geflüchteten – ob ‚mitgebracht‘ oder hier entwickelt – einen riskanten, schädlichen oder abhängigen Konsum von psychoaktiven Substanzen aufweist. Eine Expertenrunde hat den aktuellen Wissensstand zusammengefasst. Dieser Text, den wir hier auf KONTUREN online veröffentlichen, wurde im Anschluss an einen Fachaustausch zum Thema „Flüchtlinge in Deutschland – eine Herausforderung auch für die Sucht- und Drogenpolitik?“ verfasst, zu dem die Drogenbeauftragte am 25. Mai 2016 eingeladen hatte. » zum Artikel