Petra Antoniewski

GeSA: Gewalt – Sucht – Ausweg

Kooperationsprojekt zur besseren Versorgung gewaltbetroffener Frauen mit einer Suchtproblematik

Für Frauen, die durch Gewalterfahrungen und eine Suchtmittelproblematik doppelt belastet sind, gestaltet sich der Zugang zu angemessener Hilfe schwierig. Frauenhäuser sind oft nicht geeignet für die Aufnahme von abhängigkeitskranken Frauen, da die anderen Bewohnerinnen damit überfordert wären. In Entwöhnungskliniken erschwert es das gruppentherapeutische Setting, dass die Frauen ihre Gewalterfahrungen zur Sprache bringen. Um die Versorgung der betroffenen Frauen zu verbessern, startete im Januar 2015 das Bundesmodellprojekt „GeSA: Gewalt – Sucht – Ausweg“. Ziel von GeSA war es, die Durchlässigkeit zwischen den Hilfesystemen zu erhöhen und Ressourcen zu verknüpfen. Petra Antoniewski berichtet über Erfahrungen und Ergebnisse aus dem GeSa-Projekt. » zum Artikel

Ingo Ilja Michels
in Zusammenarbeit mit Heino Stöver, Gerhard Eckstein, Oleg Aizberg, Inga Hart, Irina Zelyeni, Ludger Schmidt, Jörg Pont, Katharina Schoett

Die Behandlung von Opiatabhängigen in Zentralasien

Das Central Asia Drug Action Programme (CADAP) zur Weiterbildung der Behandler

In den Ländern Zentralasiens – Kasachstan, Kirgisische Republik, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan – ist die Zahl der Opiatkonsumenten seit Anfang der 1990er Jahre immens gewachsen. Der Handel mit Opiaten ist stark ausgeprägt. Um diesen Problemen zu begegnen, unterstützt die Europäische Kommission die fünf Länder seit einigen Jahren durch das Zentralasien-Drogenaktionsprogramm (Central Asia Drug Action Programme, CADAP). Ziel des Programmes ist es, die negativen Folgen des Drogenkonsums zu lindern und die Einführung effektiver psychosozialer Behandlungsmethoden für Drogenabhängige einschließlich einer Substitutionsbehandlung zu fördern. Ingo Ilja Michels und Co-Autor/innen berichten, welche Maßnahmen im Rahmen des Programmes durchgeführt werden und welche Ergebnisse schon vorliegen. » zum Artikel

Eva Egartner, Beate Zornig-Jelen

Migration und Sucht

Erfahrungen aus der Versorgung suchtmittelkonsumierender geflüchteter Menschen

In den letzten Jahren kamen viele aus ihren Heimatländern geflüchtete Menschen nach Deutschland. Im Heimatland und auf der Flucht haben sie zum großen Teil traumatisierende Erfahrungen gemacht. Nicht selten werden diese durch Suchtmittelkonsum ‚behandelt‘. Aber auch die Lebensumstände nach der Ankunft in Deutschland – gezeichnet durch Warten, Ungewissheit, Langeweile und Angst – können den Konsum von Suchtmitteln verstärken. Eva Egartner und Beate Zornig-Jelen berichten über Erfahrungen aus der Versorgung suchtmittelkonsumierender geflüchteter Menschen und leiten daraus Forderungen für bessere Hilfeangebote ab. » zum Artikel

Marcus Breuer

„Was am Anfang verloren geht, kann man nicht mehr aufholen“

Untersuchung zu Haltequoten in der Drogenrehabilitation

Was muss man tun, damit möglichst viele Patient/innen die Behandlung in einer stationären Drogenreha-Einrichtung planmäßig beenden? Diese Frage war der Ausgangspunkt für eine trägerinterne Studie in zehn Kliniken des Deutschen Ordens und eine vorausgehende Literaturrecherche. Betrachtet wurden die diversen Ausgestaltungsmöglichkeiten des Settings in den Einrichtungen und deren Auswirkungen auf die Haltequoten. Marcus Breuer stellt die im Laufe des Projekts gesammelten Daten vor und leitet daraus mögliche Einflussfaktoren auf die Haltequote und Hinweise für die Setting-Gestaltung ab. » zum Artikel

Joachim J. Jösch

Sucht und Sexualität

Mann (S)sucht Liebe

Wie wichtig sind gelingende Partnerschaft und Sexualität für ein Leben frei von Sucht? Über die Hälfte der Suchtrehabilitanden ist alleinstehend. Die meisten wünschen sich eine Partnerschaft. Im Fachkrankenhaus Vielbach wurde deutlich, dass diesem wichtigen Lebensbereich der Rehabilitanden bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Deshalb hat die Klinik eine umfassende, anonyme Befragung zum Thema „Partnerschaft und Sexualität“ durchgeführt und begonnen, die Behandlungsangebote entsprechend der Ergebnisse zu verändern. Joachim J. Jösch berichtet über die Entwicklungen in Vielbach und über eine neue Perspektive in der Behandlung von Suchtkranken. » zum Artikel

Wolfgang Schmidt-Rosengarten

Suchtarbeit 4.0 – Was verändert sich durch die Digitalisierung?

Vortrag anlässlich der buss-Jahrestagung 2018

„Der buss ist der erste Suchthilfeverband, der das Thema Digitalisierung so prominent aufgreift. Und zwar nicht ausschließlich unter dem Aspekt möglicher Suchtgefahren. Vielmehr, und das halte ich fast für wichtiger, wird auch das Veränderungspotential dieser Technologie für das Arbeitsfeld betrachtet.“ So äußerte sich Wolfgang Schmidt-Rosengarten anlässlich der 104. Wissenschaftlichen Jahrestagung des buss, die im März unter dem Titel „Suchtarbeit 4.0“ stattgefunden hat und zu der Schmidt-Rosengarten als Referent eingeladen war. In seinem Vortrag rief er Institutionen und Mitarbeitende der Suchthilfe dazu auf, der digitalen Revolution nicht passiv zuzusehen, sondern die eigenen digitalen Kompetenzen auszubauen und entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen. » zum Artikel

Jost Leune

Kulturdrogen – Drogenkultur

Das Phänomen des Drogenkonsums im Wandel der Zeit

Wer konsumiert was wann und warum? Drogenkonsum hat eine Geschichte. Bewusstseinsverändernde Substanzen werden seit Jahrtausenden zum Einsatz gebracht. Ziele und Gewohnheiten des Konsums sowie seine gesellschaftliche Bewertung verändern sich im Laufe der Zeit. Jost Leune gibt einen Überblick über Ursprung, Verbreitung und Entwicklung des Drogenkonsums und zieht daraus Schlüsse für die Prävention. » zum Artikel

Prof. Dr. Regina Kostrzewa

Stigmatisierung und Selbststigmatisierung im Kontext von Suchterkrankungen

Ein veränderbarer Teufelskreis?

Obwohl Suchterkrankungen zu den häufigsten psychischen Krankheiten gehören, werden die Betroffenen oft ausgegrenzt und stigmatisiert. Stigmatisierung entsteht durch komplexe Wechselwirkungen zwischen den Betroffenen und der Gesellschaft. Prof. Dr. Regina Kostrzewa beschreibt, welche Strategien gegen Stigmatisierung entwickelt und umgesetzt werden sollten. Insbesondere stellt sie für den Bereich der Suchtprävention konkrete Maßnahmen der Entstigmatisierung vor. » zum Artikel