Titelthema 2/2017 Wege in Arbeit – Teil 1

Wege in Arbeit. Teilhabe für Suchtkranke ermöglichen – Teil 1

Die Fokussierung auf Arbeit hat traditionell einen hohen Stellenwert in der Suchttherapie. Schon in den Trinkerheilstätten, die Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurden, war Arbeit (neben Abstinenz und Abgeschiedenheit) eines der konzeptionellen Grundprinzipien, die als die „drei A’s“ bekannt sind. Nachdem arbeits- und ergotherapeutische Leistungen um 2010 herum in die Kritik – vor allem durch die Leistungsträger – geraten waren und psychotherapeutische Leistungen in den Vordergrund rückten, ist durch die MBOR- und BORA-Diskussion nun eine ganz andere Dynamik entstanden. Auch wenn die Umsetzung der BORA-Empfehlungen (veröffentlicht 2014) bundesweit sehr uneinheitlich läuft, gehen von ihnen viele wertvolle Impulse für die konzeptionelle Weiterentwicklung der Suchtreha aus. Mit den Beiträgen, die hier im Rahmen dieses Titelthemas zusammengestellt sind, kann sicherlich kein vollständiger Überblick zu diesen Entwicklungen gegeben werden. Aber es sollen einige grundsätzliche Fakten und Überlegungen sowie gute praktische Beispiele in die laufende Fachdiskussion eingebracht werden. Das Titelthema erscheint in zwei Teilen.

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Fachbeiträge

  • Suchtmedizinischer Liaisondienst in somatischen Krankenhausabteilungen

    Schädlicher Alkoholkonsum verursacht häufig körperliche Beschwerden, die zu einer Krankenhauseinweisung führen (z. B. Erkrankungen der Leber oder Bauchspeicheldrüse, Knochenbrüche aufgrund von Stürzen etc.). Behandelt wird dort jedoch meist nur das augenfällige Problem, nicht der dahinterstehende Alkoholkonsum. An der Hartmut-Spittler-Fachklinik in Berlin wurde deshalb untersucht, welche Auswirkungen die Einführung eines Suchtkonsils zeigt. Dies ist eine spezifische Suchtberatung für Patienten, bei denen ein problematischer Alkoholkonsum vermutet werden kann. Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai berichtet über die Untersuchung und hebt noch einen weiteren Grund für die geringe Behandlungsrate bei alkoholbezogenen Störungen hervor: das Stigma der Sucht. » zum Artikel

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