Lübecker Memorandum zur Zukunft der Suchtkrankenversorgung

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Das „Lübecker Memorandum zur Zukunft der Suchtkrankenversorgung“ ist das Resultat eines intensiven Austauschs von Expertinnen und Experten. Kern für die vorliegenden Empfehlungen sind die Ergebnisse einer Zukunftswerkstatt, die im Januar 2016 in Lübeck unter der Federführung der DG-Sucht und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Lübeck mit Finanzierung des Bundesministeriums für Gesundheit stattfand. Das Memorandum gibt die entscheidenden Impulse aus der Zukunftswerkstatt als Destillat wieder. Dargestellt werden die bedeutsamsten Themenfelder, die erarbeitet wurden, Visionen einer Verbesserung des Suchthilfesystems sowie Empfehlungen für eine Umgestaltung. Das Memorandum beinhaltet keine konkreten Lösungswege. Diese sollen partizipativ durch eine modifizierte und erweiterte Expertinnen- und Expertengruppe erarbeitet werden.

Im vorliegenden Memorandum wurden folgende Arbeitsfelder und zugehörige Zukunftsvisionen erarbeitet:

1. Verbesserung von Schnittstellen und Vernetzung
Vision „Nahtlose und zugeschnittene Hilfen“

Menschen mit Suchterkrankungen werden in allen wichtigen Bereichen des Lebens erkannt und erhalten die für sie geeignete Hilfe, die von Frühintervention über Beratung und Therapie bis hin zu kontinuierlicher Betreuung reicht und Angebote der Selbsthilfe einschließt. Bereiche der medizinischen und psychosozialen Versorgung sind mit der Suchthilfe vernetzt und bieten gemeinschaftlich nahtlose Hilfe an. Die Finanzierung ist vereinfacht und gesichert.

2. Prävention und Gesundheitsförderung
Vision „Frühzeitige, umfassende und wirksame Prävention“

Präventionsstrategien beinhalten eine frühzeitige und lebensweltorientierte Berücksichtigung von problematischen Gesundheits-Verhaltensweisen. Sucht, schädlicher und riskanter Konsum haben hier eine Schlüsselstellung. Es werden über den gesamten Lebensverlauf Hilfen zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens angeboten.

3. Stigma, Betroffenen- und Zielgruppenorientierung
Vision „Vorurteilfreies Klima und fördernde Grundhaltung“

Die Stigmatisierung ist wirksam reduziert. Sucht, schädlicher und riskanter Konsum werden wertfrei als optimier- und veränderbare Verhaltensweisen angesehen. Der Umgang mit Betroffenen ist geprägt von Partnerschaftlichkeit, Akzeptanz, Mitgefühl und motivierender Förderung.

4. Evidenzbasierung, Finanzierung und Qualifizierung
Vision „Freier Zugang zu einem Spektrum wirksamer Hilfen“

Es ist gesichert, dass die bestwirksamen Behandlungsformen qualifiziert angeboten werden. Die Betroffenen werden durch eine unabhängige Beratung darin unterstützt, selbstbestimmt daraus die für ihre spezifische Problematik passende Wahl zu treffen.

Das „Lübecker Memorandum zur Zukunft der Suchtkrankenversorgung“ finden Sie hier.

Quellen: Website der DG-Sucht, Lübecker Memorandum, 06.04.2017