
Theo Baumgärtner. Foto: Turgay Ugur
Einführung
Im Jugendalter kommt dem mentalen Wohlbefinden eine besondere Bedeutung zu: Die Übergangsphase vom Kind- zum Erwachsensein ist geprägt von biologischen, sozialen und psychischen Veränderungen, die mit Unsicherheiten, Identitätssuche und wachsender Selbstreflexion einhergehen (vgl. WHO 2021). Jugendliche müssen lernen, mit schulischen Leistungsansprüchen, sozialen Erwartungen, digitalen Einflüssen und gesellschaftlichen Krisen umzugehen. Und auch im Hinblick auf die Anziehungskraft des Konsums von psychoaktiven Substanzen stehen sie vor besonderen Herausforderungen. Ein hohes mentales Wohlbefinden kann in dieser Phase als Schutz- und Anpassungsressource wirken, die Jugendliche befähigt, Belastungen konstruktiv zu verarbeiten, geeignete Bewältigungsstrategien zu entwickeln und schädlichen Konsum- bzw. Verhaltensanreizen zu widerstehen (vgl. Brumback 2021; Konaszewski et al. 2021). Auf den ersten Blick scheint dies den Jugendlichen in den zurückliegenden Jahren immer mehr zu gelingen, denn der Anteil derer, die auf einschlägige Suchtmittelkonsumerfahrungen zurückblicken, nimmt erfreulicherweise kontinuierlich ab (vgl. Baumgärtner et al. 2025; ESPAD Group 2025; Orth & Nitzsche 2025; Orth et al. 2025; Werse et al. 2023).
Angesichts dieser rückläufigen Prävalenzraten und der gleichzeitigen Beobachtung, dass das subjektive Belastungsempfinden der Jugendlichen stetig zunimmt (vgl. Hussong et al. 2022; Kaman et al. 2024, 2025; Reiß et al. 2023; Sevecke 2022; Walper et al. 2025), könnte der Eindruck entstehen, dass das mentale Wohlbefinden der Jugendlichen scheinbar nicht in der erwarteten Beziehung zu Risikoverhalten im Hinblick auf Suchtmittelgebrauch steht. Offensichtlich handelt es sich hierbei aber um einen ökologischen Fehlschluss, bei dem die festgestellten Entwicklungen auf Aggregatebene (Zusammenfassung der Einzelergebnisse) fälschlicherweise auf die Individualebene übertragen werden und somit die Heterogenität der Gruppe ignoriert wird.
Im vorliegenden Beitrag soll daher der Frage nachgegangen werden, in welcher Weise das mentale Wohlbefinden die Jugendlichen tatsächlich vor einem riskanten Umgang mit Suchtmitteln sowie einer überzogen selbstkritischen Körperwahrnehmung schützt und inwieweit das subjektiv empfundene Wohlbefinden zur Robustheit gegenüber dem Negativerleben aktueller soziopolitischer Krisen beiträgt. Hierzu werden die Daten der seit 2004 in Hamburg regelmäßig und seit 2016 auch in der Hansestadt Bremen wiederholt durchgeführten SCHULBUS-Studie herangezogen.
Mentales Wohlbefinden – eine kurze Begriffsbestimmung
Mentales Wohlbefinden ist zwar eng mit dem Konzept der mentalen Gesundheit verbunden, meint aber einen umfassenderen Zustand, der über die bloße Abwesenheit psychischer Erkrankungen hinausgeht (vgl. Keyes 2002: 207).
„Mental well-being is an integral part of health and is defined as a state of well-being in which the individual realizes his/her own abilities, can cope with normal stresses of life, can work productively and fruitfully and is able to make a contribution to his/her community“ (WHO 2004: 12).
In Abgrenzung zur mentalen Gesundheit, die begrifflich enger gefasst, methodisch über diagnostische Instrumente operationalisiert und inhaltlich weniger durch die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen bestimmt wird, zielt mentales Wohlbefinden stärker auf emotionale Stabilität, selbstberichtete Lebenszufriedenheit und auf das Gefühl des Eingebundenseins im familiären und Peergroup-Kontext ab. Mentales Wohlbefinden ist damit ein zentraler Indikator für Resilienz im Allgemeinen (vgl. Alsarrani et al. 2022; Diener et al. 1999; Keyes, 2002) sowie ein hoch wirksamer Schutzfaktor gegen exzessiven Suchtmittelkonsum im Besonderen (vgl. Aschengrau et al. 2023; Heradstveita et al. 2023; Mahadevan et al. 2024). Auch in Bezug auf nicht substanzgebundene exzessive Verhaltensweisen zeigen internationale Studien die Bedeutung des mentalen Wohlbefindens als protektives Merkmal (vgl. Cai et al. 2023; Calvete et al. 2018; Czernecka et al. 2023; Jeong et al. 2024; Mürner-Lavanchy et al. 2025; Oyanedel et al. 2024; Robert et al. 2022).
Weil das mentale Wohlbefinden überwiegend auf der subjektiven Selbsteinschätzung basiert und bei seiner empirischen Erfassung keine diagnostischen Verfahren erforderlich sind, können auch epidemiologisch erfasste Befragungsdaten wie die SCHULBUS-Studie herangezogen werden, um das aktuelle Ausmaß, die Veränderungen im Zeitverlauf sowie den Einfluss des mentalen Wohlbefindens auf den Suchtmittelkonsum und exzessive Verhaltensweisen von Jugendlichen zu analysieren.
Die SCHULBUS-Studie als Datengrundlage
Im Rahmen der repräsentativen Schüler:innen- und Lehrkräftebefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln – SCHULBUS (vgl. zum Konzept: Baumgärtner 2001, 2002, 2025a) werden 14- bis 17-jährige Jugendliche nicht nur nach der Häufigkeit und Intensität ihres Konsums von verschiedenen psychoaktiven Substanzen befragt. Es liegen für den Zeitraum der letzten zehn Jahre zusätzlich auch Informationen darüber vor, in welcher Weise sie Glücksspiele um Geld, Computerspiele und die vielfältigen Angebote des Internets nutzen (vgl. zuletzt Baumgärtner et al. 2025). Da die verschiedenen Aspekte einer selbstkritischen Körperwahrnehmung im Kontext jugendlicher Lebenswelt zunehmend an Bedeutung gewinnen, werden inzwischen auch sie systematisch erfasst. Nicht regelmäßig dagegen, sondern eher anlassbezogen, richtet sich der Blick der Befragungen auf aktuell virulente Fragestellungen. So wurden 2021 angesichts der COVID-19-Pandemie zusätzlich Fragen zu den als belastend empfundenen Folgen der teilweise sehr weitreichenden Schutzmaßnahmen gestellt, und 2024 enthielt der eingesetzte Erhebungsbogen erstmals auch eine Item-Batterie zur Häufigkeit des Auftretens von subjektiv wahrgenommenen Belastungen durch verschiedene soziopolitische Krisen wie z. B. den Klimawandel, das Migrationsgeschehen oder den Ukraine-Krieg. Außerdem liefert die SCHULBUS-Studie seit ihrer ersten Durchführung durchgehend erhobene Informationen zur Zufriedenheit der Befragten mit zentralen Bereichen ihres Alltagslebens (vgl. Übersicht 1, Items zur „Zufriedenheit mit …“) sowie zu ihrer Einschätzung der Qualität der Beziehungen zu ihnen nahestehenden Bezugspersonen (vgl. Übersicht 1, Items zur „Beziehungsqualität“).
Übersicht 1: Operationalisierung von mentalem Wohlbefinden, Pandemiestress und Krisenbelastung der Jugendlichen

Aus den verschiedenen Einzelitems der genannten Dimensionen mentales Wohlbefinden, Pandemiestress und Krisenbelastung (vgl. Übersicht 1) wurden für die folgenden Analysen jeweils 4-stufige Mittelwert-Indizes von 0 = sehr niedrig bis 3 = sehr hoch gebildet, die den jeweils zusammenfassenden Grad von mentalem Wohlbefinden, subjektiv erlebtem Pandemiestress und individuell wahrgenommener Krisenbelastung abbilden. Der Übersichtlichkeit wegen und um die Datenauswertung auf möglichst einfache und verständliche Statistikverfahren zu beschränken, wurden diese Konstrukte mit den Werten 0 = eher/sehr niedrig und 1 = eher/sehr hoch dichotomisiert. Eine ausführlichere Beschreibung des methodischen Vergehens kann beim Autor angefordert werden.
Ergebnisse
Entwicklung des mentalen Wohlbefindens der Hamburger und Bremer Jugendlichen im Überblick
Nimmt man zunächst die Entwicklung des mentalen Wohlbefindens der 14- bis 17-Jährigen seit Mitte der 2000er Jahre in den Blick, dann ergibt sich, dass bis 2012 noch deutlich mehr als vier Fünftel (85 %) der in Hamburg befragten Jugendlichen der Gruppe mit einem (eher) hohen Wohlbefinden zuzuordnen sind (vgl. Übersicht 2). 2015 gilt dies noch für drei Viertel (75 %), bevor der diesbezügliche Anteil 2018 auf 65 % und im Coronajahr 2021 auf den bisherigen Tiefststand von drei Fünfteln (60 %) absinkt. Für die hierzu ab 2016 in Bremen (einschließlich Bremerhaven) befragten Jugendlichen ergibt sich eine ähnliche Entwicklung, wobei die für 2021 und 2024 ermittelten Prozentwerte statistisch zwar signifikant, gleichwohl in ihren Beträgen nur relativ geringfügig, von denen in Hamburg abweichen.
Vergleicht man die Anteile der Jugendlichen mit einem (eher) hohen mentalen Wohlbefinden je nach Geschlecht und Migrationshintergrund, dann fallen diese unter den weiblichen sowie unter den Befragten mit Migrationshintergrund durchgängig deutlich geringer aus als in den jeweiligen Komplementärgruppen.
Übersicht 2: Entwicklung des Anteils der Jugendlichen1) mit einem (eher) hohen mentalen Wohlbefinden differenziert nach …

Der über alle Subgruppen hinweg sichtbar abnehmende Trend des mentalen Wohlbefindens lässt sich sicher nicht monokausal erklären. Den Ergebnissen einschlägiger Studien zufolge liegen die Gründe für diese Entwicklungen u. a. in der Zunahme von Einsamkeit und sozialer Isolation, dem Verlust von Alltagsstrukturen und reduzierten Face-to-Face-Interaktionen, im veränderten Mediennutzungsverhalten, in der Zunahme von schulischem Leistungsdruck sowie in den gestiegenen sozioökonomischen Unsicherheiten, denen die Jugendlichen verstärkt ausgesetzt sind (vgl. Kvaløy et al. 2025; Marciano et al. 2022; Moor et al: 2025; OECD 2025; Tarasenko et al. 2025; UNICEF Innocenti 2025).
Prävalenzentwicklung des problematischen Umgangs der Jugendlichen mit Suchtmitteln
Im Folgenden werden für die beiden Subgruppen der Jugendlichen mit einem (eher) niedrigen und einem (eher) hohen mentalen Wohlbefinden die jeweiligen Anteile derer gegenübergestellt, die einen aktuell problematischen Umgang mit Suchtmitteln, eine eher selbstkritische Körperwahrnehmung und ein subjektiv höheres Krisenbelastungsempfinden aufweisen. Einleitend gibt Übersicht 3 einen zusammenfassenden Überblick über die Prävalenzentwicklung der jeweiligen Risikogruppen in den zurückliegenden Erhebungsjahren.
Übersicht 3: Die Entwicklung des problematischen Umgangs mit Suchtmitteln sowie das Ausmaß einer selbstkritischen Körperwahrnehmung der Jugendlichen in Hamburg und Bremen

In Bezug auf die Verbreitung des riskanten Gebrauchs von Alkohol, Tabak, Cannabis und anderen psychoaktiven Substanzen zeigt sich sowohl für die Hamburger als auch für die Bremer Jugendlichen ein kontinuierlicher Rückgang der Prävalenzraten. Diese Entwicklungen stellen keine auf die beiden Stadtstaaten beschränkte Besonderheit dar. Auch die aktuellen Studien für andere Beobachtungsgebiete in Deutschland deuten auf ähnliche Trends hin (vgl. ESPAD Group 2025; Martens et al. 2025; Orth & Nitzsche 2025; Orth et al. 2025; Werse et al. 2023).
Hintergründe für die rückläufige Entwicklung des Substanzkonsums von Jugendlichen
Die mit der SCHULBUS-Studie erfassten Informationen zu den Motiven der Jugendlichen für ihren Suchtmittelgebrauch und zu den Veränderungen in Bezug auf die klassischen Settings des Konsums lassen auf Gründe für die festgestellte Abnahme der jeweiligen Prävalenzzahlen schließen. So sind die Suche nach Gemeinschaftsgefühl und das Erleben von Geselligkeit die zentralen Motive der Jugendlichen für den Gebrauch von psychoaktiven Substanzen. Hierfür wird der Freundeskreis als das am besten geeignete und am häufigsten genutzte Setting wahrgenommen.
Die von den Jugendlichen typischerweise in der Peergroup gesuchten, erlebten und geteilten Drogenkonsumerfahrungen können als Teil eines sozial-kommunikativen Prozesses verstanden werden, in dem u. a. Identitätsfindung durch Interaktion, informell vermittelte Anpassung an Gruppennormen, Rolleninszenierung (wie Coolness zeigen und rebellisch sein) sowie Lernen durch Beobachtung und Nachahmung stattfinden (vgl. Baumgärtner 2025b: 11; Baumgärtner et al. 2025: 56). Vor diesem Hintergrund lässt sich der allgemein rückläufige Trend des Ausprobierens von und Experimentierens mit psychoaktiven Substanzen auch und vor allem durch die kontinuierliche Abnahme der gruppenorientierten Konsumanlässe und -gelegenheiten erklären. Denn evident und durch die Auswertung der SCHULBUS-Daten empirisch untermauert ist die abnehmende Bedeutung und Intensität der bislang analog gelebten Freundschaftsbeziehungen zugunsten ihrer sukzessiven Verlagerung ins digitale Netz (vgl. Übersicht 4). Die Covid-19-Pandemie bzw. die seinerzeit zu deren Bekämpfung erlassenen Kontaktbeschränkungen haben diesen Trend zusätzlich befeuert und wirken bis heute nach.
Die Verbreitung verhaltensbezogener Probleme
Anlass zur Sorge geben die Zahlen zur Verbreitung der verschiedenen nicht substanzgebundenen Formen exzessiven Verhaltens: So hat sich z. B. im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre der Anteil der Jugendlichen mit einem riskanten Internetnutzungsverhalten gemäß CIUS auf rund 24 % verdoppelt (vgl. Übersicht 3). Mädchen und junge Frauen sind aktuell mit 32 % deutlich häufiger davon betroffen als ihre männlichen Altersgenossen (16 %). Auch im Bereich der selbstkritischen Körperwahrnehmung fallen vergleichsweise viele und vor allem die weiblichen Jugendlichen dadurch auf, dass sie sich nicht nur regelmäßig Gedanken über ihr Körpergewicht machen und unter entsprechenden Stimmungsschwankungen leiden, sondern auch dadurch, dass sie ihr konkretes Essverhalten an der Optimierung ihres äußeren Erscheinungsbildes ausrichten und gemäß der SCOFF-Skala die Kriterien für das Vorliegen einer möglichen Essstörung aufweisen (Cut-Off-Wert: ≥ 2 Punkte). Während unter den männlichen Jugendlichen 2024 etwa ein Fünftel (20 %) als diesbezüglich auffällig gelten, liegt der entsprechende Anteil unter den weiblichen Befragten bei mehr als 50 %.
Mentales Wohlbefinden und jugendlicher Substanzmissbrauch
Wie eingangs erläutert soll im Folgenden u. a. untersucht werden, inwieweit das mentale Wohlbefinden von Jugendlichen diese vor den Risiken eines problematischen Umgangs mit Suchtmitteln schützt. Zu diesem Zweck werden je nach Substanz die Anteile der Betroffenen mit einem (eher) hohen Wohlbefinden den Prozentanteilen jener gegenübergestellt, die ein (eher) niedriges Wohlbefinden aufweisen (vgl. Übersicht 4).
Übersicht 4: Anteil der Jugendlichen mit einem problematischen Substanzgebrauch nach Status des mentalen Wohlbefindens 2024

Die statistische Vergleichsanalyse ergibt zunächst, dass sich in Bezug auf den Alkoholkonsum keine statistisch interpretierbaren Unterschiede ausmachen lassen (OR = 1,14; 95 %-KI: 0,88–1,47). Das liegt vermutlich darin begründet, dass Alkohol nach wie vor als ein gesellschaftlich akzeptiertes, kulturell fest etabliertes und in der Risikowahrnehmung der Konsument:innen immer noch als eher harmlos eingestuftes Genussmittel gilt. Jugendliche mit höherem mentalem Wohlbefinden trinken nicht unbedingt weniger Alkohol als Gleichaltrige; teils konsumieren sie sogar mehr. Ein wesentlicher Grund ist ihre stärkere Einbindung in soziale Gruppen, in denen gemeinsamer Alkoholkonsum eine verbindende, gemeinschaftsstiftende Funktion übernehmen kann.
Anders und in erwarteter Weise sieht dies beim Umgang mit den weiteren Suchtmitteln aus. Hier zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit für riskantes Rauchen (OR = 2,15; 95 %-KI: 1,50–3,08), Dampfen (OR = 2,30; 95 %-KI: 1,81–2,93), Kiffen (OR = 3,08; 95 %-KI: 1,87–5,05) und auch für den Konsum anderer psychoaktiver Substanzen (OR = 2,19; 95 %-KI: 1,16–4,12) bei Jugendlichen mit einem eher geringen mentalen Wohlbefinden mindestens doppelt so hoch ausfällt wie in der Vergleichsgruppe aus Jugendlichen mit einem eher hohen Wohlbefinden.
Diese Ergebnisse stehen auf den ersten Blick im Widerspruch zu der bereits berichteten Beobachtung, dass sowohl die Verbreitung des problematischen Substanzkonsums als auch das mentale Wohlbefinden der Jugendlichen in den zurückliegenden Jahren synchron verlaufend stetig abgenommen haben. Der Abgleich der Daten auf der Aggregatebene mit den ermittelten Analyseergebnissen auf der Individualebene legt hier jedoch die Vermutung nahe, dass ein ökologischer Fehlschluss vorliegt. So sind im vorliegenden Fall die Gründe für die rückläufige Entwicklung des Suchtmittelkonsums und die Gründe für das gleichzeitige Absinken des mentalen Wohlbefindens der Jugendlichen jeweils verschieden und voneinander unabhängig, ohne dass davon die grundsätzlich hohe Bedeutung von mentalem Wohlbefinden als Schutzfaktor gegenüber einem problematischen Suchtmittelgebrauch aufgehoben wird.
Mentales Wohlbefinden und das Risiko verhaltensbezogener Probleme
Richtet man den Blick auf die nicht substanzgebundenen Formen exzessiven Verhaltens, dann zeigen sich auch hier die Jugendlichen mit einem (eher) niedrigen mentalen Wohlbefinden deutlich anfälliger als die Befragten mit (eher) hohem Wohlbefinden (vgl. Übersicht 5). Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Risikowahrscheinlichkeit einer problematischen Internetnutzung (OR = 1,96; 95 %-KI: 1,64–2,36). Beim Glücksspiel (OR = 1,10; 95 %-KI: 0,84–1,45) lässt sich dagegen kein statistisch interpretierbarer Unterschied finden.
Übersicht 5: Anteil der Jugendlichen mit Auffälligkeiten im Bereich nicht substanzgebundener Formen exzessiven Verhaltens nach Status des mentalen Wohlbefindens 2024

Auch wenn sich nicht eindeutig bestimmen lässt, was Ursache und was Wirkung ist, und man von einer Wechselbeziehung ausgehen sollte, so ergibt sich im Kontext der selbstkritischen Körperwahrnehmung der Jugendlichen erwartungsgemäß ein durchgehend signifikanter Zusammenhang zum Status ihres mentalen Wohlbefindens (vgl. Übersicht 5): Diejenigen mit einem (eher) geringen Wohlbefinden weisen im Verhältnis zu der Vergleichsgruppe jeweils eine etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit dafür auf,
- dass sich ihre Gedanken regelmäßig um das eigene Körpergewicht drehen (OR = 1,91; 95 %-KI: 1,61–2,61),
- sie häufiger unter entsprechenden Stimmungsschwankungen leiden (OR = 2,11; 95 %-KI: 1,80–2,48) und
- dass sie auf eine oder gar mehrere Diäterfahrungen in den vergangenen 12 Monaten zurückblicken (OR = 1,98; 95 %-KI: 1,67–2,33).
Für diese Jugendlichen besteht auch gemäß der SCOFF-Skala ein mehr als doppelt so hohes Risiko einer möglichen Essstörung (OR = 2,22; 95 %-KI: 1,88–2,62). Ähnlich wie bei den Risikowahrscheinlichkeiten in Bezug auf den problematischen Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln erweist sich das (eher) hohe mentale Wohlbefinden auch im Kontext der selbstkritischen Körperwahrnehmung als ein hochwirksamer Schutzfaktor.
Mentales Wohlbefinden als Schutzfaktor gegenüber Pandemie- und Krisenbelastungsempfinden
Abschließend bleibt noch der Blick auf die Bewältigung der von den Befragten als negativ erlebten Auswirkungen der Schutzmaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie sowie das Belastungsempfinden der Jugendlichen in Bezug auf die aktuellen soziopolitischen Krisen (vgl. Übersicht 6). Die Auswertung der hierzu erhobenen Daten zeigt, dass die Jugendlichen mit einem (eher) geringen mentalen Wohlbefinden große Schwierigkeiten hatten, mit den teilweise strikten Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, den anhaltenden Schulschließungen und Distanzunterricht sowie den weitreichenden Restriktionen auch im Bereich der Freizeitgestaltung umzugehen. Auch wenn diese Daten im Rahmen der SCHULBUS-Untersuchung nur einmalig im Jahr 2021 erhoben wurden, so lässt sich aus den Ergebnissen anderer empirischer Studien ablesen, dass die Folgen der damaligen Corona-Schutzmaßnahmen auch Jahre später noch spürbar nachwirken (vgl. Essler et al. 2024; Kaman et al. 2025; Matsumoto et al. 2024; Neugebauer et al. 2024).
Übersicht 6: Anteil der Jugendlichen mit einem erhöhten Pandemiestress (2021) und einem verstärkten Krisenbelastungsempfinden (2024) nach Status des mentalen Wohlbefindens

Deutlich geringer fallen die Unterschiede zwischen den Jugendlichen mit einem (eher) hohen und einem (eher) geringen Wohlbefinden in Bezug auf ihr jeweiliges Belastungsempfinden durch aktuelle soziopolitische Krisen und Debatten aus (vgl. Übersicht 6). Dies erscheint am Ende durchaus plausibel, denn wäre die Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Missstände und Herausforderungen eng an das mentale Wohlbefinden der Jugendlichen geknüpft, dann würde das ja bedeuten, dass eine hohe Resilienz auch mit einer erhöhten Neigung zur Abschottung, Desensibilisierung oder sogar Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlichen Krisen einherginge. Dass dies nicht der Fall ist, wird dann deutlich, wenn man für jedes Einzelitem der dichotomisierten Index-Variable „Krisenbelastung“ die Anteile der Jugendlichen mit einer jeweils erhöhten Sensibilität gegenüber den verschiedenen gesellschaftspolitischen Problemen je nach Status ihres mentalen Wohlbefindens betrachtet (Übersicht 7). Hier lassen sich keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Befragten mit einem (eher) hohen und einem (eher) niedrigen mentalen Wohlbefinden ausmachen.
Übersicht 7: Prozentanteil der Jugendlichen mit einem (eher) hohen Belastungsempfinden in Bezug auf unterschiedliche Krisen (2024) nach Status des mentalen Wohlbefindens

Zusammenfassung
Die im vorliegenden Beitrag dargestellten Ergebnisse der SCHULBUS-Studie machen zunächst sichtbar, dass sich das Wohlbefinden der 14- bis 17-Jährigen seit Mitte der 2000er-Jahre spürbar verschlechtert hat und 2021 einen historischen Tiefpunkt erreichte. Trotz dieses allgemeinen Rückgangs lässt sich zeigen, dass ein hohes mentales Wohlbefinden weiterhin stark mit geringerer Anfälligkeit für problematische Verhaltensweisen verbunden ist. Dies gilt sowohl für substanzgebundenes wie für nicht substanzbezogenes Risikoverhalten, dessen Wahrscheinlichkeit in der Gruppe der Jugendlichen mit niedrigem Wohlbefinden doppelt so hoch ausfällt wie bei den Gleichaltrigen mit einem hohen mentalen Wohlbefinden.
Auch im Bereich der selbstkritischen Körperwahrnehmung bestätigt sich der Befund: Ein geringes Wohlbefinden geht konsequent mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten für gewichtsbezogene Stimmungsschwankungen, mit Diätversuchen und Anzeichen möglicher Essstörungen einher. Das Wohlbefinden fungiert damit auch im Kontext von Körperbild und Essverhalten als zentraler Schutzfaktor – auch wenn die Ursache-Wirkungs-Mechanismen hier sicher wechselseitig sein dürften.
Schließlich wird deutlich, dass Jugendliche mit höherem mentalem Wohlbefinden auf außergewöhnliche Herausforderungen, etwa die psychischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, deutlich widerstandsfähiger reagieren. Das Belastungsempfinden durch die aktuellen soziopolitischen Krisen wie Klimawandel, Ukraine-Krieg und Migrationskonflikte fällt zwar ebenfalls sehr hoch aus. Es erweist sich aber in seinem Ausmaß als weniger eng mit dem Status des jeweiligen mentalen Wohlbefindens der Jugendlichen assoziiert als ursprünglich erwartet.
Suchtprävention – so heißt es vielfach – ist eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe (vgl. DHS 2014; Lo et al. 2020; Niedersächsische Staatskanzlei 2022). Im Beitrag ist deutlich geworden, dass dies auch und erst recht für die Stärkung des mentalen Wohlbefindens gilt. Diese ist nicht nur unverzichtbarer Bestandteil einer erfolgreichen Suchtpräventionsstrategie, sondern stellt als eigenständige Dimension auch die generelle Voraussetzung dafür dar, dass sich Jugendliche überhaupt in unserer konsum-, leistungs- und erlebnisorientierten Welt zurechtfinden können. Mentales Wohlbefinden geht weit über eine individuelle Gefühlslage hinaus: Es beeinflusst zentrale Bereiche jugendlicher Lebensführung, wirkt stabilisierend gegenüber vielfältigen Risiken und erscheint als genereller Schlüsselfaktor für Resilienz im Jugendalter. Weil aber die Förderung von mentalem Wohlbefinden sich nicht an einzelne Akteure oder Institutionen delegieren lässt, sind hier Eltern, Schule, Jugendhilfe, das Freizeit- und Vereinswesen sowie die Bildungs-, Familien- und Gesundheitspolitik gleichermaßen gefragt.
Ohne an dieser Stelle im Einzelnen aufzulisten, was in den verschiedenen Segmenten zur Stärkung des mentalen Wohlbefindens der Jugendlichen konkret getan werden muss, lässt sich abschließend für alle Bereiche, die im direkten Kontakt zu der Zielgruppe stehen, festhalten, dass es um Offenheit und Unterstützung bei der Bewältigung von Sorgen und Ängsten geht, dass ein stabiler und vertrauensvoller Rahmen für den regelmäßigen Austausch bestehen sollte, dass angemessene Aufmerksamkeit, Zeit und Verlässlichkeit sicherzustellen sind, um Empathie, Selbstwertgefühl und sozialen Zusammenhalt zu vermitteln. Um das zu gewährleisten, sollten sich Eltern entsprechend informieren und Unterstützungsangebote abrufen, während die Fachkräfte in Schule und Jugendhilfe gezielt fortgebildet werden müssen. Das alles kann jedoch nur gelingen, wenn die verantwortlichen Politikressorts in Kenntnis der aktuellen Studienlage gemeinsam handeln und die notwendigen strukturellen Voraussetzungen schaffen.
Kontakt:
Theo Baumgärtner
Sucht.Hamburg gGmbH
Information.Prävention.Hilfe.Netzwerk
Baumeisterstraße 2
20099 Hamburg
E-Mail: baumgaertner(at)sucht-hamburg.de
www.sucht-hamburg.de
Angaben zum Autor:
Theo Baumgärtner ist wissenschaftlicher Berater bei Sucht.Hamburg gGmbH und Studienleiter der in Hamburg und Bremen regelmäßig sowie in anderen Regionen Deutschlands anlassbezogen durchgeführten Schüler:innen- und Lehrkräftebefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln – SCHULBUS.
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