Wolfgang Schmidt-Rosengarten

KI oder k.o. – Digitalisierung als Herausforderung für das Suchthilfesystem

Vortrag bei der Jahrestagung der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen 2019

Das Thema digitale Transformation ist in der Suchthilfe angekommen. Träger engagieren sich, Verbände agieren. Das sind positive erste Schritte. Das Arbeitsfeld muss sich allerdings in aller Breite und Tiefe den aktuellen Entwicklungen weiter öffnen und verstehen lernen, welche Auswirkungen diese „disruptive Technologie“, die in anderen Bereichen ganze bisherige Geschäftsmodelle zerstört, für die Suchthilfe hat. In seinem Vortrag bei der diesjährigen Jahrestagung der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen zeichnete Wolfgang Schmidt-Rosengarten ein Bild der massiven Veränderungen, die sich für Arbeitsstrukturen und Arbeitsabläufe in der Suchthilfe ergeben. » zum Artikel

Wolfgang Schmidt-Rosengarten

Suchtarbeit 4.0 – Was verändert sich durch die Digitalisierung?

Vortrag anlässlich der buss-Jahrestagung 2018

„Der buss ist der erste Suchthilfeverband, der das Thema Digitalisierung so prominent aufgreift. Und zwar nicht ausschließlich unter dem Aspekt möglicher Suchtgefahren. Vielmehr, und das halte ich fast für wichtiger, wird auch das Veränderungspotential dieser Technologie für das Arbeitsfeld betrachtet.“ So äußerte sich Wolfgang Schmidt-Rosengarten anlässlich der 104. Wissenschaftlichen Jahrestagung des buss, die im März unter dem Titel „Suchtarbeit 4.0“ stattgefunden hat und zu der Schmidt-Rosengarten als Referent eingeladen war. In seinem Vortrag rief er Institutionen und Mitarbeitende der Suchthilfe dazu auf, der digitalen Revolution nicht passiv zuzusehen, sondern die eigenen digitalen Kompetenzen auszubauen und entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen. » zum Artikel

Prof. Dr. Andreas Koch, Iris Otto

„Weil sonst keiner zuständig ist …“

Umfrage zur Mitaufnahme von Kindern in der Suchtrehabilitation

In Deutschland wächst eine erhebliche Zahl an Kindern in suchtbelasteten Familien unter schwierigen Bedingungen auf. Allzu oft werden die Kinder vernachlässigt oder gar misshandelt. Die Folgen sind nicht selten Traumatisierungen und andere psychische Belastungen. In vielen Einrichtungen der Suchtrehabilitation existieren spezielle Betreuungskonzepte für die so genannten Begleitkinder von suchtkranken Rehabilitand/innen. Eine Umfrage unter Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe, die Kinder begleitend zur Suchtrehabilitation der Eltern aufnehmen und betreuen, zeigt das umfassende Angebotsspektrum, aber auch die unzureichende finanzielle Ausstattung dieses spezifischen Leistungsbereiches. Prof. Dr. Andreas Koch und Iris Otto stellen die Ergebnisse der Umfrage dar und berichten über Betreuungsplätze und Fallzahlen, über Betreuungsangebote und Personalausstattung sowie über die Finanzierung. » zum Artikel

Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai

Suchtmedizinischer Liaisondienst in somatischen Krankenhausabteilungen

Alkohol-Risikokonsumenten frühzeitig erkennen

Schädlicher Alkoholkonsum verursacht häufig körperliche Beschwerden, die zu einer Krankenhauseinweisung führen (z. B. Erkrankungen der Leber oder Bauchspeicheldrüse, Knochenbrüche aufgrund von Stürzen etc.). Behandelt wird dort jedoch meist nur das augenfällige Problem, nicht der dahinterstehende Alkoholkonsum. An der Hartmut-Spittler-Fachklinik in Berlin wurde deshalb untersucht, welche Auswirkungen die Einführung eines Suchtkonsils zeigt. Dies ist eine spezifische Suchtberatung für Patienten, bei denen ein problematischer Alkoholkonsum vermutet werden kann. Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai berichtet über die Untersuchung und hebt noch einen weiteren Grund für die geringe Behandlungsrate bei alkoholbezogenen Störungen hervor: das Stigma der Sucht. » zum Artikel

Dr. Volker Weissinger

Zugangswege erweitern, Übergänge optimieren

Handlungsbedarf und Handlungsansätze am Beispiel der Suchtrehabilitation

Suchterkrankungen gehören zu den psychischen Störungen mit der größten Behandlungslücke, nur wenige der Betroffenen lassen sich wegen ihrer Suchterkrankung behandeln. Dr. Volker Weissinger erläutert, an welchen Stellen im Hilfesystem angesetzt werden kann, um den frühzeitigen und nahtlosen Zugang zu Suchtkrankenhilfe und Entwöhnungsbehandlung zu verbessern. Systematisch beschreibt er für unterschiedliche Handlungsfelder, in denen sich abhängigkeitskranke Menschen bewegen, welche Maßnahmen dort erforderlich sind. Frühinterventionen im Krankenhausbereich und in Betrieben, ein Nahtlosverfahren aus dem Qualifizierten Entzug, die Nutzung von Routinedaten der Leistungsträger sowie eine bessere Zusammenarbeit mit den Jobcentern/Agenturen für Arbeit sind nur einige der im Artikel dargestellten Möglichkeiten. » zum Artikel

Lenea Reuvers

„Alkohol 2020“

Eine integrierte Versorgung von alkoholkranken Menschen in Wien

In Wien wurde mit dem Projekt „Alkohol 2020“ kostenträgerübergreifend ein integriertes Versorgungssystem entwickelt, das alkoholkranken Menschen individuelle, patientenorientierte Betreuung inklusive Behandlung und Rehabilitation bietet. Das Projekt wird von den Pensionsversicherungen, den Krankenversicherungen und der Stadt Wien gemeinsam finanziert und umgesetzt. Im Vordergrund steht die nahtlose Versorgung der Patient/innen durch aufeinander abgestimmte ambulante, stationäre, rehabilitative und integrationsfördernde Angebote. Lenea Reuvers, Leiterin des Projekts „Alkohol 2020“, stellt das Wiener Versorgungsmodell vor. » zum Artikel