Editoral

Kinder und Jugendliche im Blickpunkt

Jedes Jahr werden in Deutschland 2.500 Kinder mit schweren Alkohol bedingten Schädigungen geboren. Drei von 1.000 Neugeborenen sind drogenexponierte Kinder, die Zahl der durch Medikamente belasteten Kinder liegt noch im Dunkeln. Bei den Personen unter 25 Jahren müssen 25 bis 30 Prozent als suchtgefährdet eingestuft werden. Entweder weil sie schon als Ungeborene von Alkohol oder Drogen beeinflusst werden, in suchtbelastetetn Familien aufwachsen oder selbst zu früh oder und zu viel konsumieren. Etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen mit problematischem Suchtmittelkonsum haben vor dem 14. Lebensjahr mit dem Missbrauch begonnen. Es gilt: Um die Auswirkungen des Suchtmittelmissbrauchs zu verhindern oder zu heilen, ist es wichtig, Fachkräfte aller beteiligten Arbeitsfelder als Kooperationspartner zu gewinnen, gemeinsam Ziele zu formulieren und Konzepte zu entwickeln. In den Titelbeiträgen ab Seite 8 werden diese Gedanken aufgegriffen.

Drogentherapie mit Pferden

Pferde imponieren durch Größe und Kraft und gebieten Respekt. Gleichzeitig haben sie mit ihren großen Augen und dem weichen Fell eine freundliche, warme Ausstrahlung. Wahrscheinlich prädestinieren bereits diese äußeren Merkmale die Vierbeiner, mit Erfolg auch in der Suchttherapie eingesetzt zu werden. Denn spezielle Wahrnehmungs- und Körperübungen am und auf dem Pferd dienen der Verbesserung des Körperbewusstseins und der Schulung von Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht. Die Wahrnehmung und Beachtung von Körpersignalen und das Körperbewusstsein ist bei Drogenkonsumenten häufig über Jahre verkümmert, so dass in der Entwöhnung eine Sensibilisierung der Sinne und die Bewertung von Empfindungen neu bzw. wieder erlernt werden muss. In der Suchttherapie wird das Erleben natürlicher Lust- und Unlustgefühle und eine vitale Erlebensfähigkeit fern von Drogenkicks angeregt. Das Haus Collignon, eine Einrichtung des Drogentherapie-Zentrums Berlin e. V. bietet diese „tiergestützte“ Therapieform an. Zu lesen ab Seite 23.

Drogensuchthilfe in Vietnam

Das südostasiatische Land hat ungefähr 170.000 Drogenkonsumenten zu verzeichnen, viele von ihnen sind auch HIV-infiziert. Die Regierung des südostasiatischen Landes unternimmt nun schon seit geraumer Teit - auch mit internationaler Unterstützung - Maßnahmen zur Reduzierng des Drogenproblems. Mit Erfolg. Reformmaßnahmen im Gesundheitssektor und nationalen Bevölkerungsprogramm Vietnams haben signifikant zu einer positiven Entwicklung des Gesundheitsstatus weiter Bevölkerungskreise beigetragen. So liegen nach den für 2004 geschätzten Daten Lebenserwartung, Geburtenraten und Bevölkerungswachstum im Landesdurchschnitt auf vergleichbarem Niveau moderner Industrieländer. Ländliche Regionen und insbesondere marginalisierte Bergregionen haben mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt gehalten. Dr. Ingo Ilja Michels, der Leiter der Geschäftsstelle der Bundesbeauftragten, bereiste im August 2007 das Land in seiner Tätigkeit als Berater für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Seine Eindrücke sind ab Seite 44 nachzulesen.

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