Was ist „ich-synton“?
Ich-synton bedeutet, dass ein Mensch sein eigenes Handeln als zu sich gehörig und damit unproblematisch betrachtet. Bei ich-dystonem Verhalten hingegen erleben die Betroffenen ihr eigenes Handeln als problematisch. Auf den Bereich der psychischen Erkrankungen bezogen zählen zu den ich-syntonen Störungen all jene Verhaltensweisen, bei denen der Handelnde mit seinem eigenen Verhalten kein Problem hat, wohl aber die Personen in seinem Umfeld, die er schädigt. Zu den ich-syntonen Verhaltensweisen zählen unter anderem die Persönlichkeitsstörungen, Mobbing, Gewalt, Sexualstraftaten, Nötigung, Raub sowie Stalking. Was veranlasst Menschen dazu, andere zu schädigen? Welches Persönlichkeitsprofil steckt dahinter? Wie kann das Gefährdungspotential realistisch eingeschätzt und den Opfern möglichst wirksam geholfen werden? KONTUREN stellt den Problembereich „ich-syntone Verhaltensweisen“ am Beispiel Stalking aus Täter- und Opferperspektive vor, sowie Hilfsansätze und Therapien. Über die Ergebnisse der Bremer Stalking-Opfer-Studie und die Folgen für den Umgang mit den Betroffenen berichtet Kriminalhauptkommissar Stephan Rusch in seinem Beitrag ab Seite 8. Prof. Dr. Michael Klein befasst sich in seinem Artikel auf Seite 11 mit der Fragestellung, warum sich Suchttherapeuten um Stalker kümmern sollten. Über die therapeutische Behandlung der Täter informiert Dr. med. Werner Tschan in seinem Titelbeitrag ab Seite 12. Auch der Gesetzgeber hat inzwischen erkannt, dass Stalking kein Kavaliersdelikt ist und entsprechend reagiert: Details zum neuen Gesetz finden sich in der Rubrik „Kurz vor Redaktionsschluss“ auf Seite 4. Ein Beitrag über die rechtlichen Möglichkeiten des Einschreitens bei Stalkingfällen konnte leider zu Redaktionsschluss nicht fertig gestellt werden und wird in einer der kommenden Ausgaben erscheinen.
Kriminalität in Deutschland
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble stellte am 8. Mai die neue Polizeiliche Kriminalstatistik in Berlin der Öffentlichkeit vor und bilanzierte erfreut eine „stetig steigende Aufklärungsquote bei konstanter bis tendenziell rückläufiger Straftatzahl“. Breit gefächerte Informationen zu den einzelnen Kriminalitätsbereichen liefert unser Beitrag ab Seite 18. Auch der Zweite Periodische Sicherheitsbericht der Bundesregierung befasst sich mit verschiedenen Straftatbeständen und kommt zu dem Schluss, dass Deutschland weltweit zu den sichersten Ländern gehört. Über Details informiert unser Bericht ab Seite 20.
Neue Forschungsergebnisse
Zahlreiche Studien beschäftigten sich in den letzten Monaten mit den neuesten Trends und Fakten im Bereich Sucht und Suchthilfe. Wie unsere Artikel ab Seite 22 und 26 zeigen, bilden Präventions- und Therapieprojekte für junge Cannabiskonsumenten einen Schwerpunkt in der Suchthilfe - und sind erfolgreich. Detaillierte Informationen zum Thema Sucht liefert der aktuelle Drogen- und Suchtbericht ab Seite 27. Über die Risiken des Konsums psychotroper Substanzen im Straßenverkehr bzw. im Falle einer Schwangerschaft und die Auswirkungen einer Alkoholsucht auf bestimmte Hirnareale informieren unsere Beiträge ab Seite 30.
Ihre Redaktion |