Hilfe für Angehörige und Freunde
Als Co-Abhängige werden Menschen bezeichnet, die mit Abhängigen zu tun haben: meist sind es Angehörige, aber auch Freunde oder Helfer. Typisch für co-abhängiges Verhalten ist, dass die Betroffenen den Süchtigen zum Mittelpunkt ihres Lebens machen. Für ihre eigenen Bedürfnisse bleibt kein Raum mehr. Sie brauchen die Anerkennung ihrer Umwelt und opfern dafür nicht selten alles, was bis zur völligen Verausgabung gehen kann. Der Begriff Co-Abhängigkeit ist inzwischen in der Suchthilfe heftig umstritten. Zahlreiche Fachleute sind der Meinung, dass Angehörige Suchtkranker nur allzu leicht generell als „co-abhängig“ eingestuft und damit selbst pathologisiert werden, obwohl das Verhalten des Einzelnen nicht notwendigerweise einem Krankheitsbild entspricht. Dr. Ulrich Kemper erklärt in seinem Titelbeitrag ab Seite 8 die Entstehung und Geschichte des Begriffs Co-Abhängigkeit und setzt sich kritisch mit dessen Bedeutung auseinander. Aber unabhängig davon, ob Angehörige als co-abhängig eingestuft werden oder nicht, betroffen sind sie in jedem Fall, denn sie leben zusammen mit Menschen, die ein Suchtproblem haben. Das Thema Sucht nimmt daher einen großen Raum in ihrem Leben ein und es stellt sich die Frage, wie ihnen geholfen werden kann. KONTUREN stellt in weiteren Titelbeiträgen ab Seite 12 verschiedene Therapien für Menschen im Umfeld von Suchtkranken vor.
Sucht in verschiedenen Altersgruppen
Wer hat in Deutschland Erfahrungen mit Suchtstoffen und Rauschmitteln? Welche Rolle spielt Doping im Alltag? Welches Risiko birgt der Glücksspielmarkt für junge und alte Menschen und wie kann hierauf reagiert werden? Hat Armut einen Einfluss auf die Entwicklung von Suchtproblemen? Antworten auf diese Fragen gibt der Bericht über die DHS-Fachkonferenz „SUCHT 2006 - Sucht und Lebensalter“ ab Seite 32.
Zahlen und Trends
Ende Oktober 2006 veröffentlichte die Deutsche Referenzstelle der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) ihren aktuellen Bericht zur Situation in Deutschland. Er gibt einen Überblick über aktuelle Trends und Aktivitäten im Bereich illegaler Drogen. Schlüsselthemen sind der Konsum bei sehr jungen Menschen, Stand und Reaktionen beim Kokain- und Crackkonsum sowie Drogen und Fahren. Die wichtigsten Ergebnisse fasst unser Artikel auf Seite 38 zusammen. Die Daten aus Deutschland fließen auch in den Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) ein, der am 23. November 2006 in Brüssel veröffentlicht wurde. Dieser Bericht stützt sich auf Daten aus den 25 EU-Mitgliedsländern sowie aus Norwegen, Bulgarien, Rumänien und der Türkei. Neben Informationen zum Konsum verschiedener Rauschmittel werden auch neue politische und rechtliche Entwicklungen, Maßnahmen zur Bewältigung der Drogenproblematik, drogenbedingte Infektionskrankheiten und Todesfälle und die verbesserte Überwachung problematischen Drogenkonsums vorgestellt. Über den aktuellen Stand in Europa informiert unser Artikel ab Seite 43.
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