Der Begriff „Rückfall“ spielt nicht nur in der Suchttherapie,
sondern auch im Bereich der Persönlichkeits- und Sexualstörungen
eine Rolle. Er bezeichnet - meist zyklisch - wiederkehrende Verhaltensmuster,
durch die der Handelnde entweder sich selbst oder anderen Schaden zufügt.
Was aber treibt Menschen trotz teilweise erheblicher Konsequenzen und
Sanktionen dazu, ihre schädlichen Verhaltensweisen zu wiederholen?
Wie kann dieser unheilvolle Teufelskreis durchbrochen werden? Welche
Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es beim Rückfallphänomen
und den Behandlungsansätzen in den verschiedenen Störungsbildern?
Unsere Titelbeiträge ab Seite 8 geben Auskunft über verhaltenstherapeutische
Strategien bei der Behandlung von Sexualstraftätern und spannen
den Bogen zur Suchttherapie.
Vernetzung
In Zeiten knapper werdender Mittel gehen die Kostenträger zunehmend
dazu über, teure Klinikaufenthalte zu vermeiden. „Ambulant
vor stationär“ ist in den letzten Jahren die Devise. Je
nach Schwere der Erkrankung ist eine rein ambulante Versorgung aber
nicht immer möglich. Stationäre Behandlungen wiederum sind
für die Betroffenen selten angenehm, denn sie fühlen sich
zu Hause meist wohler als in einer fremden Umgebung. Die Befindlichkeit
der Patienten kann im Krankheitsverlauf auch wechseln. Sinnvoll ist
daher in vielen Fällen eine gemischte Behandlungsform, bei der
ambulante, teilstationäre und stationäre Therapieelemente
auf die jeweilige Situation abgestimmt werden können. Eine solche
Versorgung scheiterte bisher aber meist an den starren Richtlinien
der Kostenträger und an unklaren Abrechnungsmodalitäten.
Es geht auch anders, wie das Beispiel der Deutschen Rentenversicherung
Oldenburg-Hannover zeigt. Im ihrem Leistungsangebot ist nun auch
die Modulare Kombinationsbehandlung möglich - ein neues Therapiemodell
zur Behandlung von Alkohol- und Drogenabhängigen. Dieses viel
versprechende Versorgungsangebot wird seit Oktober 2006 von einer
Projektgruppe der Universität Oldenburg wissenschaftlich begleitet.
Wir stellen es ab Seite 30 vor.
Globale Trends
Anlässlich des Weltdrogentags am 26. Juni veröffentlichte
die UNO-Behörde für Drogen und Kriminalität in Washington
den Weltdrogenbericht 2006. Er informiert über den Stand der
weltweiten Drogenproduktion, politische Maßnahmen der unterschiedlichen
Nationen zur Drogenbekämpfung und die neuesten globalen Trends
beim Konsum verschiedener illegaler Rauschmittel. Über den aktuellen
Stand der Drogenproblematik informiert unser Artikel auf Seite 40.