Was ist eigentlich Maßregelvollzug?
Wer eine schwere Straftat begeht und dafür rechtskräftig
verurteilt wird, wird in der Regel
ins Gefängnis oder in den Maßregelvollzug eingewiesen. Was
aber unterscheidet eine
Haftanstalt von einer Einrichtung des Maßregelvollzugs? Laien
haben nicht selten nur
verschwommene Vorstellungen hierüber, denn die Bevölkerung
ist meist nur froh, dass der
Straftäter erst einmal für einige Jahre eingesperrt ist und
keinen Schaden mehr anrichten
kann. Während es sich bei Gefängnissen um Einrichtungen des
Strafvollzugs handelt, sind
Maßregelvollzugseinrichtungen psychiatrische Kliniken, deren
gesetzlicher Auftrag in der „Sicherung und Besserung“ besteht.
Welche Rolle spielt eine Suchtmittelabhängigkeit
im
Zusammenhang mit einer Straftat? Welchen Einfluss hat eine Sucht auf
die Strafzumessung?
Wer kommt warum in den Maßregelvollzug? Was muss bei der Erstellung
eines
forensisch-psychiatrischen Gutachtens berücksichtigt werden? Gibt
es Besonderheiten bei
der Therapie suchtkranker Straftäter in geschlossenen Einrichtungen?
Welche Maßnahmen
greifen, wenn Forensik-Patienten entlassen werden? Mit welchen Problemen
haben
Maßregelvollzugskliniken zu kämpfen und welche Lösungsansätze
gibt es? Antwort auf
diese Fragen geben unsere Titelbeiträge ab Seite 8. In der Rubrik
Rezensionen ab Seite 50
werden in dieser Ausgabe einige besonders lesenswerte Bücher vorgestellt,
die sich u. a. mit
der Frage befassen, unter welchen Bedingungen Menschen zu Tätern
werden können.
Fachtagung.
Unter dem Motto „Familie und Sucht“ fanden Anfang Juni
die 11. Suchttherapietage in
Hamburg statt. Die Veranstaltung bietet ein jährlich wiederkehrendes
Forum für einen zeitnahen
und regelmäßigen Austausch zwischen Therapieforschung, innovativen
Praxisprojekten
und Suchttherapien. Hier werden neueste Trends der Suchttherapie und
Suchtforschung
vorgestellt und auch Themenfelder einbezogen, die die Rahmenbedingungen
und Suchttherapie
maßgeblich beeinflussen, wie Drogenpolitik, Ökonomie und
Fragen der Prävention
sowie Frühintervention. Mit dabei war unser Journalist Werner
Loosen, der ab Seite 24 über
die neuesten Entwicklungen aus Forschung und Praxis berichtet.
Fakten und Trends.
Am 3. Mai stellte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine
Bätzing, den aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Öffentlichkeit
vor. Er informiert über
Präventionsprogramme,
Behandlungsformen, schadensreduzierende Maßnahmen und internationale
Zusammenarbeit und evaluiert politische und juristische Maßnahmen
zur Repression und
Angebotsreduzierung. Die europäische Beobachtungsstelle für
Drogen und Drogensucht
veröffentlichte Ende 2005 ihren aktuellen Jahresbericht zum Drogenkonsum
in Europa.
Der Bericht umfasst inzwischen Daten aus 29 Ländern. Neben Informationen
zum Konsum
verschiedener Rauschmittel, werden auch neue politische und rechtliche
Entwicklungen,
die Situation von Jugendlichen sowie Trends aus den Bereichen Kriminalität
und
Strafvollzug berücksichtigt. Über den aktuellen Stand der
Drogenproblematik in Deutschland
und Europa informieren unsere Artikel ab Seite 28 und 38.
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