Editoral

Was wirkt?

In der Suchthilfe gibt es vielfältige Behandlungsansätze. Welche aber sind besonders erfolgreich? Warum sind sie das und wie lässt sich der Erfolg messen? Wie muss eine Behandlung beschaffen sein, damit sie besonders gut hilft? Und welche Therapien sind für welche Klienten besonders geeignet? KONTUREN befasst sich mit diesen Fragestellungen in den Titelbeiträgen ab Seite 8. Vorgestellt werden Erfolg versprechende Behandlungsansätze aus den Bereichen Familientherapie und Neurobiologie. Unser Interview mit Professor Dr. Wolfgang Poser gibt Auskunft über die Wirkmechanismen und Vorteile heute bevorzugt eingesetzter Pharmakotherapien. Unser Beitrag auf Seite 25 informiert über eine kürzlich erschienene Expertise, in der die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Prävention eines Substanzmissbrauchs untersucht wurde.

Abgezockt.

Die deutsche Glücksspielindustrie macht jährlich Umsätze in Milliardenhöhe, an denen auch der Staat in großem Umfang mitverdient. Die Zahl der Spielkasinos hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht und die Umsätze und Einnahmen aus dem Glücksspielmarkt sind kontinuierlich gestiegen. Leider ist auch die Zahl der Spielsüchtigen im Steigen begriffen. Experten werfen dem Staat nun vor, zu wenig für den Schutz von Menschen mit pathologischem Glücksspielverhalten zu tun und fordern Abhilfe. Wer Milliarden verdiene, müsse auch für die Folgen gerade stehen. Anfang März lud die Hessische Landesstelle für Suchtfragen rund 60 Fachleute zur Tagung „Glücksspielsucht in Hessen“ ein, um auf das Ausmaß der Spielsucht und die unterentwickelten Hilfestrukturen hinzuweisen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Mehr Informationen hierüber finden Sie in unserem Tagungsbericht auf Seite 30.

Betreuungsrecht.

Das zweite Betreuungsrechtsänderungsgesetz trat zum 1. Juli 2005 in Kraft. Für Suchthilfeeinrichtungen hat dieses Gesetz bei genauer Betrachtung der ökonomischen und institutionellen Bedingungen im Betreuungswesen weitreichende Konsequenzen. Mittels elektronischer Fragebögen, die an die soziotherapeutischen Suchthilfeeinrichtungen des Deutschen Ordens verschickt wurden, erforschten Professor Dr. Reiner Adler und sein Diplomand Tonio Manser die Auswirkungen der neuen Gesetzeslage. Fast 400 Fragebögen kamen zurück und bildeten die Grundlage für umfangreiche Untersuchungen. Über die Folgen der Gesetzesänderung für Suchthilfeeinrichtungen und deren rechtlich betreute Klienten berichtet unser Artikel ab Seite 33.

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