Editoral

Neue Behandlungswege.

Eine Heroinabhängigkeit geht meist einher mit gravierenden gesundheitlichen und sozialen Begleiterscheinungen, die sowohl für die Betroffenen selbst, als auch für die Gesellschaft gefährlich und belastend sind: HIV- und Hepatitisinfektionen, Beschaf­fungskriminalität und Drogenprostitution. Aber nicht bei allen Abhängigen schlägt eine Therapie oder Substitutionsbehandlung nachhaltig an. Im bundesdeutschen Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung wurde daher untersucht, ob durch die Vergabe von Heroin als Medikament auch den Abhängigen geholfen werden kann, die von einer Methadon-Substitution nicht ausreichend profitieren oder die mit dem vorhandenen Therapieangebot nicht wirksam erreicht werden. Zwischener­gebnisse der Deutschen Heroinstudie stellen wir ab Seite 8 vor, gefolgt von Studienergebnissen aus der Schweiz und den Niederlanden. Die zweite Phase der deut­schen Modellstudie dauerte bis Jahresende 2005. Bis Juni 2006 werden weitere Verlaufsdaten zur Sicherheit und langfristigen Wirksamkeit der heroingestützten Be­handlung ausgewertet. Detaillierte Endergebnisse können in den nächsten Monaten erwartet werden. KONTUREN wird darüber zu gegebener Zeit berichten.

„Geht nicht gibt‘s nicht!“

Suchthilfeeinrichtungen, die Arbeits- und Beschäftigungsprojekte betreiben, hatten es im letzten Jahr durch die neue Sozialgesetzgebung schwer. Veränderte Strukturen innerhalb der Sozial- und Arbeitsämter, unausgereifte gesetzliche Vorschriften und deren unterschiedliche Auslegung seitens der Behörden schafften vielfältige Probleme. Die Finanzierung der Projekte war nicht mehr gesichert und die Zukunft ungewiss. Noch sind die Schwierigkeiten keinesfalls aus dem Weg geräumt, aber es gibt erste Lösungsansätze. Unter dem Titel „Geht nicht gibt‘s nicht!“ luden der fachverband drogen und rauschmittel (fdr) und die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) Ende November 2005 rund 50 Suchtfachleute und Mitarbeiter aus Ministerien, Arbeits- und Sozialämter zu einer Fachtagung ein. Über Chancen und Risiken, Pro­bleme und Lösungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der neuen Gesetzgebung informiert unser Bericht.

Vorsicht ist geboten.

Arbeit ist knapp hierzulande, nicht nur für Menschen in Arbeitsprojekten der Sucht­hilfe, sondern zunehmend auch für gut ausgebildete Fachkräfte. Schon mit guten Re­ferenzen kann es schwierig sein, eine neue Anstellung zu finden, mit einem schlech­ten Arbeitszeugnis bleiben Bewerber dagegen in der Regel chancenlos. Zeugnisse enthalten häufig kodierte Aussagen, die nicht wortwörtlich gelesen werden dürfen. Sie sollten daher mit Bedacht geprüft werden, bevor sie an Mitarbeiter ausgehändigt oder vom Betreffenden akzeptiert werden. Über Tücken und Fußangeln der Zeugnis­sprache und die Bedeutung verschiedener Formulierungen klärt unsere Kolumne auf.

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