Editoral

Herausforderung.

Der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung steigt. Gründe hierfür sind die niedrige Geburtenrate sowie die höhere Lebenserwartung durch Fortschritte in der Medizin. Auch Suchtkranke werden dank der besseren medizinischen Versorgung immer älter. Die ersten Opiatabhängigen erreichen langsam das Rentenalter. Das Thema Sucht und Alter wird daher auch in Zukunft von Bedeutung sein. Problematisch wird es, wenn ältere Suchtkranke zusätzlich pflegebedürftig werden. Suchthilfeeinrichtungen fehlt meist die bauliche und personelle Ausstattung, um die Betroffenen zu versorgen. Altenhilfeeinrichtungen dagegen sind mit der Suchtproblematik überfordert. Durch die knapper werdenden finanziellen Ressourcen und die neue Sozialgesetzgebung kommt es zu Problemen bei der Finanzierung der Hilfeleistungen, denn nicht selten erklären sich die jeweils angesprochenen Kostenträger zunächst einmal für unzuständig. Mehr zu Problemfeldern und Lösungsansätzen im Zusammenhang mit dem Thema Sucht und Alter erfahren Sie in unseren Titelbeiträgen.

Alternativen.

Damit eine Sucht möglichst gar nicht erst entsteht, ist es sinnvoll, so früh wie möglich mit Präventionsmaßnahmen einzusetzen. Das erfolgreiche Modellprojekt „PAPILIO“ beugt Sucht- und Gewaltverhalten bereits im Kindergartenalter vor. Erste Projektergebnisse wurden kürzlich evaluiert. Sie werden auf Seite 38 vorgestellt. Darüber hinaus finden derzeit zwei Wettbewerbe zur Suchtprävention statt. Der eine richtet sich an Fußball-Jugendmannschaften, Einsendeschluss ist der 30. November 2005. Informationen hierüber finden sich auf Seite 37. Am dritten Wettbewerb zur kommunalen Suchtprävention können Städte, Gemeinden und Kreise teilnehmen. Eine Anmeldung muss bis zum 15. November 2005 erfolgen, die Wettbewerbsbeiträge können bis 15. Dezember 2005 eingereicht werden. Über Einzelheiten informiert unser Beitrag.

Integrationshilfen.

Der gelungene Wiedereinstieg ins Berufsleben trägt wesentlich zum Erfolg einer Suchttherapie bei. Suchtmittelabhängige haben es in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit besonders schwer, in Arbeit zu kommen, denn sie haben häufig Defizite in der Schulund Ausbildung. Nicht selten fehlen die erforderlichen Abschlüsse sogar ganz. Drei Hamburger Einrichtungen haben es sich zum Ziel gesetzt, hier Abhilfe zu schaffen. Unser Mitarbeiter Werner Loosen war vor Ort und berichtet.

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