Vielen Substitutionspatienten wird die soziale und berufliche (Re-)Integration
unnötig erschwert, da ihnen - trotz stabiler Ausgangslage - entweder der
Führerschein entzogen oder der Führerscheinerwerb oder die Wiedererteilung
der Fahrerlaubnis verweigert wird. Etlichen stabilen Patienten droht gar der
soziale Abstieg, da zur Ausübung ihres Berufes ein Führerschein erforderlich
ist. Immer häufiger erhält INDRO e. V. Nachfragen von Substitutionspatienten
und Drogenberatungsstellen, gelegentlich aber auch von Ärzten, bezüglich
des Themas „Substitution und Führerschein“. Da wir viele Fragen
nicht beantworten können, haben wir uns entschlossen, einen Ratgeber für
Substitutionspatienten, Ärzte und Drogenhilfeeinrichtungen zu erarbeiten,
in dem alle wichtigen Fragestellungen rund ums Thema behandelt werden sollen.
Um unser Vorhaben verwirklichen zu können, benötigen wir aber dringend
Ihre Mithilfe: Es gibt eine Vielzahl von Gesetzen, die im Zusammenhang mit „Fahreignung“, „Fahrtauglichkeit“ und „Führerschein“ eine
Rolle spielen sowie Leitlinien und Erlasse. Diese bilden die formale Grundlage
für Entscheidungen. Zu einem umfassenden Fragenkatalog haben wir von allen
relevanten Behörden und Institutionen Stellungnahmen eingeholt. Spiegeln
die dabei gewonnenen Erkenntnisse aber tatsächlich die alltägliche
Entscheidungs- und Verfahrenspraxis wider? Es bleiben Zweifel. Wie sieht die
konkrete Praxisumsetzung aus? Um so umfassend und wirklichkeitsnah wie möglich
informieren zu können, benötigen wir Ihre Unterstützung:
Bitte teilen Sie uns aus Betroffenenperspektive (Patienten- und Arztsicht)
Ihre Erfahrungen mit Polizei, Straßenverkehrsämtern, medizinischen
Gutachtern, Anwälten, Gerichten und MPU-Stellen mit. Besonders wichtig
wären für uns positiv und negativ beschiedene MPU-Gutachten, aber
auch andere relevante Schriftsachen, oder persönliche Erfahrungsberichte.
Wir garantieren die Wahrung Ihrer Anonymität: Alle Daten und Informationen
werden vertraulich behandelt: Ein Rückschluss auf Ihre oder andere Personen
wird nicht möglich sein. Wir werden keine eingesandten Schriftstücke
kopieren und publizieren. Sollten Sie dennoch Zweifel an unserer Vertraulichkeit
haben, schwärzen Sie einfach alle Namen in Schriftstücken. Dieser
Aufruf zur „Mitmachbereitschaft“ gilt bis 30. September 2004.
Ralf Gerlach
Kontakt:
Ralf Gerlach, INDRO e.V.
Bremer Platz 18-20 • 48155 Münster
Tel. 0251/23 45 77 oder -60 123
Fax 0251/28 07 687 oder -66 65 80
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