Aus
der Praxis
Hinter der Definition der chronisch
mehrfach geschädigten
Abhängigen (CMA) verbirgt sich eine heterogene Gruppe von
Menschen mit sehr unterschiedlich ausgeprägten Krankheitsbildern.
Eine Fachtagung befasste sich unter dem Titel „Soziotherapie – Im
Spannungsfeld dauerhafter Beheimatung und Wiedereingliederung“ mit
dieser Klientel unter verschiedenen Gesichtspunkten. Probleme und
Grenzen der Unterbringung und Betreuung von Alkoholkranken aus
juristischer Sicht wurden ebenso thematisiert wie auch die Wechselwirkungen
langjähriger Suchtmittelabhängigkeit und natürlicher
Alterungsprozesse. Im Kontext mit einem positiven Entwicklungsverlauf
chronifizierter Suchtverläufe ging es auch um die Frage, inwieweit
Differenzierungen vorhandener Hilfsangebote notwendig sind und
welche Zuverdienst- und Integrationsmodelle sich für abstinente
chronisch Suchtkranke eignen.(Ab Seite 8)
In Heidelberg wurde vor kurzem ein Frühbehandlungszentrum
mit dem Ziel eröffnet, die schwierige und in der psychiatrischen
Versorgung bisher nicht ausreichend berücksichtigte Entwicklungsphase
der Adoleszenz zu erfassen und für Patienten im Alter von
zwölf bis 28 Jahren eine am aktuellen Forschungsstand ausgerichtete
Versorgung zu gewährleisten. Behandelt werden Patienten mit
Entwicklungs- und Anpassungsschwierigkeiten in der Adoleszenz sowie
Patienten, die Anzeichen für oder bereits Symptome einer Psychose
haben, die unter einer so genannten Borderline-Persönlichkeitsstörung
oder an emotionalen Störungen wie Angst- und Zwangskrankheiten
leiden. Über die erstmalige fachübergreifende Kooperation
von Kinder- und Jugend- sowie Erwachsenenpsychiatern informiert
unser Beitrag ab Seite 18.
Nach wie vor bewegt sich der Konsum von Alkohol und so genannten
Partydrogen, vor allem Cannabis und Ecstasy, in den Jugendszenen
auf hohem Niveau. Zwar betreiben viele Jugendliche den Konsum nur
sporadisch und haben keinen direkten Hilfebedarf, doch schätzungsweise
zehn bis 15 Prozent aller Jugendlichen konsumieren diese Suchtstoffe
riskant, unter anderem durch Mischkonsum, und schaden damit ihrer
körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit. Dabei scheint
gerade im Bereich der Party- und Diskoszene der Konsum psychoaktiver
Stoffe weit verbreitet zu sein.
Über ein suchtpräventives Angebot der Landeskoordinierungsstelle
für Suchtvorbeugung „ginko“ in Nordrhein-Westfalen,
die sich direkt an jugendliche Besucher von Großdiskotheken, „Technoevents“ und
Festivals richtet, berichten wir ab Seite 24. |
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