Kinder- und
jugendspezifische Angebote.
Junge Menschen geraten immer früher mit Suchtmitteln
in Kontakt, das Einstiegsalter sinkt. Zeitgleich nehmen bei den
Jugendlichen in Deutschland riskante Konsumformen mit teilweise
erheblichen gesundheitlichen Folgen zu. So hat sich beispielsweise
der Cannabiskonsum von Jugendlichen in den vergangenen fünf
Jahren mehr als verdoppelt. 38 Prozent der 16-Jährigen haben
bereits Joints geraucht. Die bloße
Übertragung von Hilfskonzepten aus der Erwachsenenwelt ist
nach Meinung der Fachleute nicht sinnvoll. Statt dessen müssen
qualifizierte Ausstiegshilfen für suchtgefährdete Kinder
und Jugendliche bereit gehalten und geeignete Ansätze
entwickelt, erprobt und umgesetzt werden, die den besonderen Entwicklungsanforderungen
und Problembelastungen sucht- gefährdeter Kinder und Jugendlicher
entsprechen. Über drei speziell auf suchtgefährdete und
süchtige Kinder und Jugendliche aus- gerichtete Angebote informiert
unser Titelbeitrag ab Seite 8.
Präventive
und therapeutische Maßnahmen.
Neueste Studien zeigten, dass abhängig von Alter
und Schweregrad der Adipositas nicht nur Lebensjahre verloren gehen,
sondern auch Lebensqualität. Demnach stirbt ein fettleibiger
rauchender Mann um 13,7 Jahre früher als ein normalgewichtiger.
Der Anteil der Übergewichtigen und Adipösen in den Industrieländern
hat sich in den letzten 20 Jahren um 50 Prozent erhöht. Wie
mit dieser medizinischen Herausforderung umzugehen ist, diskutierten
Mitte Oktober Ärzte und Wissenschaftler auf der Adipositas-Jahrestagung
in Salzburg. Über neue Erkenntnisse zur Prävention und
Therapie der Adipositas und die verschiedenen Ansätze für
ernährungsmedizinische, verhaltenstherapeutische, medikamentöse
und chirurgische Maßnahmen berichten wir ab Seite 20.
Immaterielle Kosten.
Eine bloße Erhebung
von Produktionsverlusten und Behandlungskosten reicht nicht aus, um
die Belastung zu messen, die der Alkoholmissbrauch für die Gesellschaft
darstellt. Die Einschränkung der Lebensqualität von Menschen
mit alkoholbeding-ten Gesundheitsschäden, das Leid der Angehörigen,
die soziale Ausgrenzung der Alkoholabhängigen, Gewalttätigkeit
sowie emotionale Störungen der Ehegatten und Kinder sind eine
erhebliche Belastung und verursachen großes menschliches Leid.
Diese Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen dürfen bei einer
Schätzung der Gesamtkosten des Alkohols nicht übergangen
werden. Eine Studie des Instituts für Wirtschafts- und Regionalforschung
(IRER) der Universität Neuenburg untersuchte jetzt die sozialen
Kosten, die durch Alkoholmissbrauch in der Schweiz jährlich entstehen.
Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung stellen wir ab Seite
40 vor. |