EDITORIAL

Kinder- und Jugendliche im Focus der Suchthilfe

Junge Menschen geraten immer früher mit Suchtmitteln in Kontakt, das Einstiegs-alter sinkt. Zeitgleich nehmen bei den Jugendlichen in Deutschland riskante Kon-sumformen mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Folgen zu. Heute stellen die Suchtstörungen eines der zahlenmäßig größten Risiken für die altersgerechte Entwicklung und Gesundheit im Kindes- und Jugendalter dar. Auf diese, in mehreren Studien gut dokumentierte Realität machte der Kongress „Süchtige Kinder und Jugendliche – Prävention und Therapie des Substanzmissbrauchs“ Ende Februar in Hamburg aufmerksam. Wir berichten über die Diskussion führender Vertreter aus Epidemiologie, Entwicklungspsychologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Suchtmedizin, Sozialwissenschaft und Pädagogik, die neue Präventionskonzepte und Therapiemethoden erörterten ab Seite 14.

Mit spezifischen Krisen im Jugendalter und deren Bewältigung beschäftigte sich der 9. Kongress für Jugendmedizin Anfang März in Weimar. Die rund 800 Experten konstatierten eine Zunahme von psychischen Störungen, Drogenkonsum und antisozialem Verhalten unter Jugendlichen in den letzten Jahren. Über Ursachen, die Adoleszentenkrisen auslösen können und über die besondere Rolle des Jugendarztes bei der Erkennung und Behandlung dieser Krisen berichten wir auf Seite 17.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München untersuchten in einer epidemiologischen Verlaufsstudie über einen Zeitraum von fünf Jahren in München und Umgebung den Konsum von legalen und illegalen Drogen. Die Ergebnisse zeigten, dass psychische Erkrankungen nicht nur als Folge, sondern durchaus schon im Vorfeld des Ecstasykonsums eine wichtige Rolle spielen. Detaillierte Ergebnisse stellen wir ab Seite 18 vor. 

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