Aus der Fachdiskussion
Der Rückfall gehört zwangsläufig zum Krankheitsbild
bei Suchtmittelabhängigkeit. Jüngste Statistiken belegen,
dass mindestens 80 Prozent aller Entgiftungspatienten innerhalb
eines Jahres rückfällig werden und dass noch über
die Hälfte aller stationär entwöhnungsbehandelten
Alkoholkranken innerhalb von vier Jahren einen Rückfall erleben.
Doch der Umgang mit dem Rückfall ist in Zeiten immer knapperer
Mittel für Leistungsträger und Leistungserbringer schwierig.
Inwieweit die Rückfallproblematik in der Entgiftung, ambulanter,
teilstationärer und stationärer Rehabilitation Bestandteil
des Konzepts ist, wie die Behandlung aussehen kann und wie die
Kostenträger sich dem Umgang mit dem Rückfall stellen,
darüber informiert unser Titelbeitrag ab Seite 8.
Seit 1973 führt die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung unter dem Titel „Drogenaffinität Jugendlicher
in der Bundesrepublik Deutschland“ repräsentative Wiederholungsbefragungen
durch, in denen in mehrjährigen Abständen der Konsum
von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen bei den 12- bis 25-jährigen
Jugendlichen beobachtet wird. Der jüngste Bericht enthält
neue Ergebnisse zum Rauchen, die aus einer Reihe zusätzlicher
Analysen der Drogenaffinitätsstudie entstanden sind. Die Ergebnisse
ab Seite 20 können vor allem für die Konzeptentwicklung
und Implementierung von Präventionsmaßnahmen angewendet
werden.
Wie effektiv suchtpräventive Maßnahmen sind und was
Prävention kostet, diskutierten Expertinnen und Experten aus
Deutschland, der Schweiz und Österreich auf einer Fachtagung
in Hamburg. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob die beabsichtigten
Ziele suchtpräventiver Arbeit - Abstinenz oder gesundheitsbewusster
Umgang mit legalen und illegalen Suchtmitteln - überhaupt
erreicht werden. Die Ergebnisse der Diskussion stellen wir ab Seite
28 vor.
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