EDITORIAL

Empathie in der virtuellen Beratung
Das Internet hat sich als Alltagsmedium in der Bevölkerung etabliert. In Deutschland nutzen bereits ein Drittel der Erwachsenen über 14 Jahre zumindest gelegentlich das Internet und für 76 Prozent der Internet-Nutzer besteht zusätzlich privat die Möglichkeit, auf Online-Angebote zurückzugreifen. Eine Fülle von Informationen steht im Netz bereit. Diese zu orten und dann auf ihre Professionalität hin zu prüfen, erweist sich nicht nur für Netzeinsteiger als schwieriges Unterfangen.

Auch die Drogenhilfe hat die virtuelle Welt als neues Kommunikationsmedium für sich entdeckt. Beschränkte sich sogenannte „Drogenberatung“ früher auf die Anleitung zur Herstellung, zum Anbau und Konsum von Drogen bieten immer mehr Einrichtungen der Drogen- und Suchthilfe ihre Dienstleistungen zielgruppen-orientiert via Internet an, richten Datenbanken, Chats und E-Mail-Dienste parallel zu bestehenden konventionellen Beratungsangeboten ein.

Mit diesen „klassischen „ Drogenhilfeangeboten können Suchtkranke und suchtgefährdete Menschen oft nicht erreicht werden. Auch Eltern und Angehörige sind von den Suchtproblemen stark mitbetroffen und verunsichert, an wen sie sich um Hilfe wenden können. 

In unserem Schwerpunkt stellen wir drei ausgewählte Projekte vor, die sich auf Online-Drogenberatung spezialisiert und aufgrund mehrjähriger Projektlaufzeit erste Erfahrungen evaluiert und ausgewertet haben. Die vorgestellten Modelle beschreiben die verschiedenen Zielgruppen, die Modalitäten und Aufgaben der Beratung und wie virtuelle Kommunikation überhaupt funktioniert.

Dabei geht es vor allem um die Frage nach dem Nutzen dieser computervermittelten Angebote, aber auch um Fragen der Erreichbarkeit, der Wahrung der Anonymität, der Niederschwelligkeit und natürlich der Effektivität.

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