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| EDITORIAL |
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Substitutionspraxis.
Die Substitutionstherapie bei problematischen
Drogenkonsumenten ist in der Europäischen Union (EU) heute weit verbreitet.
Erste Versuche - hauptsächlich mit Methadon - begannen
Ende der 60er-Jahre, vor allem in Nordeuropa. Bis Mitte der
90er-Jahre war die Drogensubstitution in allen EU-Mitgliedstaaten
umgesetzt worden. Europaweit herrscht heute überwiegend
Konsens bezüglich des Nutzens dieser Therapieform. Dennoch
ist sie in einigen Ländern nach wie vor ein heikles Thema
(ab Seite 8).
Welchen Einfluss die neuen betäubungsmittelrechtlichen Regelungen
auf die Vergabepraxis in Deutschland nehmen, und welche Verantwortung
substituierende Ärzte und psychosoziale Helfer im Spannungsfeld
von Harmreduction und Gesundheitsförderung tragen, erläutert
Prof. Dr. med. Wolfgang Poser von der Universität Göttingen
(ab Seite 14).
Neue Therapieansätze.
Deutschland verfügt über ein flächendeckendes Beratungs-
und Behandlungsnetz für Alkoholabhängige. Die erzielten
Therapieergebnisse halten auch dem internationalen Vergleich stand.
Leider wird dieses Angebot von zu wenigen zu spät genutzt.
Unter dem Titel „Neue Therapieansätze bei Alkoholproblemen“ fand
Anfang März mit der Drogenbeauftragten, Marion Caspers-Merk,
und unter der wissenschaftliche Leitung von Prof. Dr. med. Karl
Mann in Berlin eine Fachtagung statt, die Neuerungen und Erweiterungen
in der Behandlung von Menschen mit Alkoholproblemen vorstellte
und „Berliner Eckpunkte zur Verbesserung der Therapie bei
Alkoholproblemen“ verabschiedete (ab Seite 16).
Epidemiologische Befunde.
In einer Expertise für das Schweizerische Bundesamt für
Gesundheit zum Cannabiskonsum in Westeuropa untersucht der Autor
Prof. Dr. Karl-Heinz Reuband vom Sozialwissenschaftlichen Institut
der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf den Zusammenhang
zwischen Drogenpolitik, gemessen an den rechtlichen Rahmenbedingungen,
und der Verbreitung des Cannabisgebrauchs. Sein Fazit: Länder
mit liberaler Drogenpolitik haben zum Teil ähnliche Werte
wie Länder mit repressiver Politik. Ebenso wenig lasse sich
belegen, dass eine liberale Drogenpolitik positive Einstellungen
zu Cannabis begünstige. Positive Einstellungen findet man
auch in einer Reihe von Ländern, die seit längerem eine
repressive Politik betrieben
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