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Kurs.
Erfahrungsgemäß hat
die Suchtkrankenhilfe große Schwierigkeiten, konsumierende Jugendliche
anzusprechen und zu erreichen. Das klassische Beratungsangebot wird
von Jugendlichen wenig angenommen, da weder die zu Grunde liegende „Kommstruktur“ noch
die Zweierkonstellation den Bedürfnissen von Jugendlichen entspricht.
Problemdruck fehlt häufig, da eine soziale Einbindung (noch) gegeben
ist. Die Suchtkrankenhilfe muss sich, will sie mit Jugendlichen arbeiten,
eine andere interinstitutionelle Infrastruktur zur Kooperation aufbauen.
Vor diesem Hintergrund entwickelte die Fachstelle für Suchtprävention
und Gesundheitsförderung in Waldshut das Angebot eines Sozialen
Trainingskurses Sucht. Jugendliche, die im Zusammenhang des Betäubungsmittelgesetzes
oder im Zusammenhang von Alkohol und Gewalt strafrechtlich auffällig
geworden sind, erhalten durch die Staatsanwaltschaft oder die Gerichte
die Auflage, den Kurs zu besuchen.
Neues Konzept.
Chronisch suchtkranke
Menschen, die auf Grund eines hohen Rückfallrisikos
geschlossen betreut werden müssen, befinden sich bundesweit
in den jeweiligen Abteilungen der Bezirkskrankenhäuser der
Region. Sie werden entgiftet, medikamentös eingestellt, therapeutisch
betreut und nach ein paar Wochen oder Monaten wieder entlassen.
Viele werden rückfällig, Fachleute sprechen von den so
genannten Drehtürpatienten. Eine Alternative bietet jetzt
die „Laufer Mühle“ mit ihrem Konzept der „Intensivbetreuung“.
Die Einrichtung im fränkischen Adelsdorf, die bereits seit
zwölf Jahren chronisch suchtkranke Menschen betreut, startet
ab März mit fünf zusätzlichen Plätzen das bundesweit
einmalige Projekt einer „Intensivbetreuung“ mit so
genanntem Hausanschluss. Eingebettet in das Gesamtkonzept soll
die intensive sozio- und psychotherapeutische Betreuung in einem
sucht- und gewaltfreien Lebensraum die Patienten für die weiterführenden
Angebote der stationären Einrichtung motivieren und befähigen.
Alte
Argumente aus Hamburg.
Als „gefährlichen Rückschritt“ bezeichnet
die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin die Entscheidung
des Hamburger Senats, den Spritzentausch in Hamburger Gefängnissen
zur Vermeidung von lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten
zu beenden. Dr. Jörg Goelz, Vorsitzender der „Deutschen
Gesellschaft für Suchtmedizin“ (DGS) verwies auf
die Erfolge der schadensmindernden Maßnahmen im In-und
Ausland sowohl für Drogenkranke als auch für die
Gesellschaft. Weniger das Heroin als vielmehr die Bedingungen,
unter denen es konsumiert wird, verursachten schwer wiegende
Folgen, heißt es in einer Presseerklärung der
DGS. Stattdessen grabe der Hamburger Senat Argumente aus
der Steinzeit der drogenpolitischen Debatte aus.
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