Legal oder illegal – Behandlung nach Substanzen.
Lücken im Versorgungssystem Alkoholkranker und -gefährdeter
Die gesellschaftlichen
und damit auch wirtschaftlichen Folgekosten des Alkoholismus sind enorm,
ganz abgesehen von den immateriellen Folgeschäden für betroffene
Familien und Partner.
Etwa 4,3 Millionen Menschen
trinken täglich in Deutschland am Arbeitsplatz regelmäßig Alkohol.
Von insgesamt 39,1 Millionen Arbeitnehmern sind etwa zwei Millionen alkoholkrank.
Weitere 2,7 Millionen betreiben Alkoholmissbrauch.
Auf diese Zahlen machte unlängst der Berufsgenossenschaftliche Arbeitsmedizinische
und Sicherheitstechnische Dienst (BAD )in Bonn aufmerksam. Jährlich sterben
42.000 Personen durch Alkoholkonsum, gehen 14.000 in Frührente, 40.000 Rehabilitationsmaßnahmen
werden durchgeführt, 570.000 Krankenhausaufenthalte gezählt und 850.000
Arbeitsunfähigkeitsfälle gemeldet. Die Gesamtkosten, bestehend aus
direkten und indirekten Kosten, werden auf jährlich 40 Milliarden Mark geschätzt.
Durch die alkoholbedingten
Todesfälle, die 285.000 verlorenen Erwerbstätigkeitsjahren ent-
sprechen, entsteht allein ein Schaden von 14 Milliarden Mark.
Doch nur ein geringer Teil der Betroffenen nimmt bestehende suchtspezifische
Hilfe in Anspruch.
Trends und Perspektiven der Suchtbehandlung
Um wesentliche Trends und Perspektiven der Suchtbe- handlung aufzuzeigen, hat der Fachverband Sucht e.V. bei der Humboldt- Universität zu Berlin eine Expertise in Auftrag gegeben. Im Rahmen des 14. Heidelberger Kongresses des Fachverbandes wurden erstmals Ergebnisse dieser Untersuchung vorgestellt und aktuelle Forderungen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Behandlungssystems entwickelt.