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Versorgungskonzepte
auf dem Prüfstand .
Die gesellschaftlichen und damit auch wirtschaftlichen Folgekosten
des Alkoholismus sind enorm, ganz abgesehen von den immateriellen Folgeschäden
für betroffene Familien und Partner. Etwa 4,3 Millionen Menschen
trinken täglich in Deutschland am Arbeitsplatz regelmäßig
Alkohol. Von insgesamt 39,1 Millionen Arbeitnehmern sind etwa zwei
Millionen alkoholkrank. Weitere 2,7 Millionen betreiben Alkoholmissbrauch.
Doch nur ein geringer Teil der Betroffenen nimmt bestehende suchtspezifische
Hilfe in Anspruch.
Alkoholmissbraucher werden kaum von gegenwärtigen Angeboten im
akutmedizinischen Bereich auf ihren Konsum angesprochen oder von der
Suchtkrankenhilfe erreicht. In der jüngsten Studie zu suchtspezifischen
und allgemeinmedizinischen Hilfen wurde das Fazit gezogen, dass für
Missbraucher kein adäquates Versorgungsangebot besteht. (Seite
8)
Kokain und Crack sind nicht die Drogen der Erfolgreichen und gut Situierten,
wie in den Medien oft beschrieben, sondern der Gebrauch geht quer durch
alle Gesellschaftsschichten. Auf lange Sicht zerstören sie die
Leistungsfähigkeit und die Kreativität. Zudem machen sie
wie alle euphorisierenden Substanzen extrem süchtig, auch wenn
die Abhängigkeit anders als bei dem körperlich abhängig
machenden Heroin auf die Psyche beschränkt ist. Crack enthemmt,
macht aggressiv und endet häufig mit Herz-und Kreislaufversagen.
Die Zahlen der Kokaintoten und die der Süchtigen steigen . Allein
in Berlin koksen 30.000 Menschen regelmäßig. Auf der offenen
Szene nehmen nach Beobachtung von Experten 20 Prozent der meist polyvalent
Konsumierenden zusätzlich Crack.
Fachleute haben interdisziplinär diskutiert, wie sieht die Realität
von Konsumenten aus?
Welche Versorgungskonzepte müssen entwickelt und welche präventiven
Konsequenzen gezogen werden? (Seite 14)
Experten schätzen,dass zwischen neun und dreizehn Prozent aller
Online-Besucher das Internet zwanghaft nutzen. Die so genannten Internet-
Junkies verbringen bis zu 60 Stunden in der Woche im Netz, während
der „normale “ User zirka zehn Stunden online ist.
Dr. Oliver Seemann von der Psychiatrischen Universitätsklinik
München spricht sogar von einer neuen Krankheit, dem „Internet-
Abhängigkeits- Syndrom “ (IAS).
Wenn es die Internet-Sucht gibt,wie kann diese erkannt werden und welche
Risikofaktoren spielen eine Rolle? Diese Frage haben Berliner Wissenschaftler
um Prof.Dr.Matthias Jerusalem am Lehrstuhl für Pädagogische
Psychologie und Gesundheitspsychologie der Humboldt- Universität
zu Berlin in einer Pilot- Studie bearbeitet. (Seite 25)
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