Drogenkonsum - Bestandteil
der Suche nach eigener Identität.
Nutzungsmuster
von Drogen können erst verstanden werden, wenn
sie vor dem Hintergrund der jeweiligen soziokulturellen Lebensbedingungen
gedeutet und als Lösungsversuche für Ansprüche und Handlungen
begriffen werden. Die Antwort auf die Frage "Wer bin ich eigentlich?" erfordert
vielfältige experimentelle Suchbewegungen und in dieses Spektrum
gehören auch erste Erfahrungen mit Drogen.
Das Experimentieren mit ihnen gehört in spezifischen jugendlichen
Lebenswelten inzwischen fast zur Normalität, Drogengebrauch bildet
einen normalen Teil adoleszenter Entwicklung. Das heißt nicht,
dass der Drogenkonsum für alle normal wird. Obwohl riskant,
ist das Probieren bei der Mehrheit der Jugendlichen ein Durchgangsstadium.
Prof. Dr. Heiner Keupp, Hochschullehrer für Sozial- und Gemeindepsychologie
an der Universität München, beschäftigt sich in seinem
Beitrag (ab Seite 8)mit der Frage nach zentralen Kriterien für
eine Lebensbewältigung Jugendlicher und formuliert Kompetenzen
für ein Leben mit "riskanten Chancen".
Die Zahl derjenigen, die gesundheitsschädigend mit Alkohol umgehen,
ist von alle Abhängigkeitsformen am größten. Inwieweit
Jugendliche, geprägt durch kulturelle und soziale Verhaltensstandards,
besonders gefährdet sind, abhängige Konsummuster zu entwickeln,
untersuchte eine Studie im Auftrag der Weltgesundheitsorgisation
(ab Seite 44).
Prof. Klaus Hurrelmann und Dr. Wolfgang Settertobulte von der Universität
Bielefeld führten eine Erhebung in 24 europäischen Ländern
zur Nutzung von legalen und illegalen Drogen durch und stellten einen
alarmierenden Trend zur Veränderung des Trinkverhaltens unter
Jugendlichen fest. Mit der Lifestyle-Droge Alkohol demonstrieren Jugendliche
einen unkontrollierten, freizügigen und risikofreudigen Lebensstil
in Ermangelung an adäquaten Alternativen im Freizeitbereich, die
Genuss, Freude und menschliche Herausforderungen ermöglichen.
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