E D I T O R I A L
 
Sucht – zwischen Legalisierung und Verbot.
Die meisten Menschen konsumieren Alkohol, Nikotin und andere Substanzen in einer Weise, die weder ihnen noch der Gesellschaft Schaden zufügt. In der drogenpolitischen Diskussion wird jedoch zwischen legalen und illegalen, zwischen "harten" und "weichen" Drogen unterschieden. Dabei werden mit den legalen Substanzen in der Regel positive Wirkungen verbunden, während man mit illegalen Drogen eher negative Eigenschaften assoziiert. Welche Folgen eine dauerhafte und konsequente aber humane Suchtpolitik hat, die offen und transparent über Risiken informiert, die akzeptiert statt ausgrenzt und hilft statt kriminalisiert, wurde bislang überraschend selten ausprobiert. Das meint jedenfalls Professor Dr. Michael Klein, Sprecher des Forschungsschwerpunktes Sucht an der Katholischen Fachhochschule in Köln. Er beschäftigt sich in seinem Beitrag rückblickend und vorausschauend mit der Suchthilfe im Spannungsfeld zwischen Politik und Praxis.

Eindimensionale Lösungsvorschläge von Politikern und selbst ernannten Fachleuten, die nur darauf gerichtet sind, öffentliche Aufmerksamkeit und Profil zu gewinnen, kritisiert Professor Dr. Wolfgang Heckmann und fordert die Entwicklung vielfältiger Therapieziele in Therapeutischen Gemeinschaften, die alle Bereiche Suchtkranker einbeziehen.

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