Haschisch

Für Dauerkonsumenten - Gesundheit kein Problem?

 

Cannabis ist die am weitesten verbreitete illegale Droge in der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen zehn und 25 Prozent aller Jugendlichen haben Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis.

 

Trotz der großen Verbreitung ist das Wissen über Cannabis als Rauschmittel bei den meisten Menschen, auch bei den Konsumenten, eher gering. Unkenntnis und falsche Informationen über die tatsächlichen Risiken des Konsums sowie deren Verallgemeinerung sind der Grund für einen oft hilflosen und unsicheren Umgang mit Cannabiskonsumenten.

 

Cannabis: eine Einstiegsdroge'?

 

Cannabis galt lange Zeit als "Einstiegsdroge" für eine spätere Heroinabhängigkeit. Die Vorstellung eines zwangsläufigen Umstiegs auf andere Drogen ist heute widerlegt. Wenn man von Einstiegsdrogen spricht, wären an erster Stelle Alkohol, Zigaretten und Medikamente zu nennen. Dennoch ist zu bedenken, dass die Rolle von Cannabis bei der Entstehung von Abhängigkeitsentwicklungen noch nicht eindeutig geklärt ist und mit dem Konsum von Cannabis eine Schwelle zum Bereich der illegalen Drogen überschritten wird. Die Berührungsängste vor dem Probieren anderer illegaler Drogen werden dadurch kleiner.

 

Auch der Begriff "weiche Droge" suggeriert eine prinzipielle Harmlosigkeit der Substanz. Obwohl es wichtig ist, deutliche Unterschiede in den Risiken und Wirkungen der verschiedenen Drogen zu benennen, gilt unter Experten der Begriff "weiche Droge" als veraltet. Fachleute unterscheiden heute nicht mehr "harte" und "weiche Drogen", sondern sprechen von "harten" und "weichen Konsummustern'.

 

Der Probier- und Gelegenheitskonsum gelten in der Regel als "weiches Konsummuster". Dies trifft für ca. 90 Prozent aller Cannabiskonsumenten zu. Der Konsum von Cannabis hat bei dieser Gruppe keinen zentralen Stellenwert im Alltag erlangt, sondern wird als Freizeitkonsum zu bestimmten Anlässen betrieben. Aus der sozialwissenschaftlichen Forschung ist bekannt, dass für eine große Mehrheit der jugendlichen Cannabiskonsumenten der Konsum dieser Droge eine vorübergehende entwicklungsbedingte Erscheinung bleibt, die mit zunehmenden Alter wieder deutlich in den Hintergrundtritt und entweder ganz verschwindet oder auf Gelegenheitskonsum beschränkt bleibt.

 

Ein hartes Konsummuster liegt vor, wenn Cannabis dauerhaft und gewohnheitsmäßig über einen langen Zeitraum gebraucht wird und fest im Alltag integriert ist. Ein weiteres Merkmal für harte Konsummuster ist ein häufiger zusätzlicher Konsum von Alkohol und/oder anderen illegaler Drogen. Insbesondere mit der Entwicklung der Technoszene in den letzten Jahren hat der Mischkonsum unterschiedlicher Substanzen (vor allem von Cannabis, Ecstasy, Speed und LSD) zugenommen.

Das Risiko des Missbrauchs und einer Abhängigkeitsentwicklung steigt mit dem Mischkonsum erheblich an.

 

Risiken beim Konsum von Cannabis

 

Die Risiken des Cannibiskonsums sind vor allem vom Konsummuster und von persönlichen und sozialen Risikofaktoren abhängig.

Psychosoziale Risikofaktoren sind z.B.: ein frühzeitiger Beginn des Cannabiskonsums, (unter 16 Jahren), die mangelnde soziale Unterstützung in der Familie, das Vorhandensein von Freunden nur unter Drogenkonsumenten, eine allgemeine soziale Perspektivlosigkeit (z.B. arbeitslos) und eine labile psychische Gesundheit.

 

Mit dem Vorhandensein von psychosozialen Risikofaktoren vergrößern sich die Gefahren des Cannabiskonsums: Wie bei anderen Drogen auch, kann mit starkem und häufigem Cannabiskonsum eine psychische Abhängigkeit entstehen. Symptome für eine psychische Abhängigkeit sind eine Art innerer Zwang zum Konsum, sowie ein Kontrollverlust über den Beginn und die Fortsetzung des Konsums. Der Gebrauch wird selbst dann fortgesetzt, wenn psychische, soziale oder körperliche Probleme erkennbar sind. Eine weitere, gravierende Folgewirkung bei starkem und dauerhaftem Cannabisgebrauch ist das Auftreten von Antriebs- und Lustlosigkeit, depressivern Rückzug sowie einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber sich und seiner Umwelt.

 

Es gibt einige Studien, die belegen, dass starker und anhaltender Cannabisgebrauch bei vorhandenen Veranlagungen, psychiatrische Erkrankungen (drogeninduzierte Psychose) auslösen kann. Umstritten sind so genannte flash-back"- Phänomene durch den Cannabiskonsum. Unter flash-back' versteht man das Auftreten von rauschähnlichen Wahrnehmungsstörungen ohne erneute Drogenzufuhr, auch nach länger Zeit. Erfahrungen aus der therapeutischen Arbeit mit Konsumenten zeigen, dass diese Phänomene in der Regel durch den Konsum zusätzlicher Drogen, insbesondere LSD, mitbedingt sind.

Cannabis schränkt während der Wirkungsdauer die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit ein. Sowohl das Reaktionsvermögen als auch die Fähigkeit zur schnellen Informationsverarbeitung und zum abstrakten Denken sowie die Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses sind herabgesetzt. Die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen ist somit stark eingeschränkt. Der Rauch von Cannabis enthält eine Vielzahl von Schadstoffen, die im Vergleich zu reinem Tabak als giftiger eingeschätzt werden müssen. Die Risiken sind daher noch größer als bei reinem Tabakrauchen. Möglich sind Erkrankungen der Atemwege wie Lungenkrebs oder chronische Bronchitis.

 

Weitere Informationen in:

Cannabis: Haschisch und Marihuana

Eine Informationsbroschüre von

Therapieladen e.V.