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Prävention – bereits
auf der Verschreibungsebene.
Auf die Psyche einwirkende Substanzen
wie Alkohol, Nikotin und illegale Drogen sind verant wortlich für
24, 3 Prozent der Kosten, die welt weit durch Tod, Krankheit und
Behinderung entstehen. In den westlichen Industrienationen sind es
vor allem nikotin- und alkoholbezogene Störungen, die mit ihren
volkswirtschaftlichen Folgekosten ein gesundheitspolitisches Problem
ersten Ranges darstellen. In Deutschland gehen Experten von bis zu
80 Milliarden Mark pro Jahr aus.
Bereits bei Missbrauch und schädlichem Gebrauch psychoaktiver
Substanzen werden negative gesundheitliche und soziale Folgen sichtbar.
So sind die über wiegenden alkoholbedingten Schäden dem
Alkoholmissbrauch zuzuordnen. Obwohl 70 Prozent der alkoholgefährdeten
und -kranken Menschen mindestens einmal im Jahr ihren Hausarzt
aufsuchen, werden nur bei der Hälfte der Betroffenen Alkoholprobleme
erkannt und behandelt. Zudem bedeutet das Erkennen nicht immer,
dass eine entsprechende Beratung und Behandlung der Patienten veranlasst
werden. Hier stehen Kompetenz und Ausbildung der Ärzte kontraproduktiv
zum Forschungsstand, beispielsweise
über die Verursachung neurologischer Schäden bei Kindern
durch den Konsum von Alkohol und Tabak der Eltern.
Wie zuständig fühlt sich unser Suchthilfesystem für
die (größte) Gruppe der Patienten, die "nur"
Suchtmittelmissbrauch betreibt und den "Status" Abhängigkeit
noch nicht erreicht hat??
Neuere suchtpräventive Programme, die dieses Problem berücksichtigen
und auf Frühintervention setzen, bewegen sich jedoch immer
zwischen Widersprüchen:So steht die Arbeit mit Alkoholabhängigen
in Konkurrenz zu gesellschaftlich akzeptierten Trinkgewohnheiten
und einem riesigen Werbeauf wand der Alkoholindustrie, bewegt sich
die medizinische Betreuung von Medikamentenabhängigen häufig
im Schatten medizinischer Verschreibungspraktiken.
Der Beitrag von Professor Glaeske auf Seite 10 setzt sich mit diesen
Praktiken kritisch auseinander und weist nach, dass Prävention
gegen Missbrauch und Abhängigkeit bereits auf der Verschreibungsebene
beginnt.
So vielfältig die sucht verursachenden Faktoren sind, so interdisziplinär
müssen entsprechende Behandlungsangebote angelegt sein. Ein
solches interdisziplinäres Konzept stellen wir in dem Beitrag "Altenheim
für chronisch Süchtige"
vor. .
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