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OPIUM [Papaver somniferum] In der Gruppe der Opiate und Opioide werden die Substanzen zusammengefasst, die sich chemisch von natürlichen Alkaloiden des Schlafmohn (Papaver somniferum) herleiten. Die Opioide lassen sich ihrer Herkunft und Entwicklung nach in drei ver- schiedene Gruppen einteilen. Rein natürlicher Herkunft ist das Opium, das aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns gewonnen wird und die zuallererst entdeckte und verwendete Form der Opiate darstellt. In diesem Milchsaft sind mehr als 40 verschiedene Alkaloide enthalten, die fast alle eine opioid- agonistische Wirkung besitzen. Neben Kodein ist im Opium vor allem das analgetisch hoch potente Morphin enthalten.
Aussehen und Verbreitung Die natürliche Quelle für Rohopium ist der Schlafmohn (Papaver somniferum). Von 600 verschiedenen Arten produziert nur der Schlafmohn die schmerzlindernden und berau- schenden Alkaloide. Der Schlafmohn ist eine über 150 Zentimeter hochwerdende, graugrüne, krautige Pflanze mit wachsigen, länglichen und grob gezähnten Blättern und blasslila oder weiß gefärbten, bis 18 Zentimeter großen Blüten mit schwarzem Fleck am Grunde, woraus eine walnussgroße, eiförmige Kapsel mit einer Strahlenkrone entsteht. Mohnpflanzen wurden vor allem in Mesopotamien, Ägypten und Persien gezüchtet. Traditionelle Opium-Anbauregionen sind Ostasien und der Vordere Orient. Die größten Mohnfelder liegen in einer über 7.000 Kilometer langen Gebirgszone am Südrand der asiatischen Landmasse. Im Goldenem Dreieck - nordöstliches Burma, Nordthailand und Nordlaos - hier werden seit den frühen 60er-Jahren 450 bis 1.000 Tonnen Rohopium jährlich produziert. Gewinnung Nach der Blüte entwickelt die Mohnblume mehrere Fruchtkapseln, die reichlich
mit Pflanzensaft versorgt werden, um die Samen herzustellen. Zur Gewinnung
von Rohopium muss die Samenbildung unterbrochen werden. Stattdessen wird die
grüne Kapselwand abends horizontal und vertikal angeritzt. Die austretende
Mohnmilch verfärbt sich braun und trocknet. Danach werden pro Kapsel
etwa 0,05 Gramm Rohopium abgeschabt. 20.000 Mohnkapseln liefern ein Kilogramm
Opium. Geschichte Bereits 4000 v.Chr. wird Schlafmohn als Heilpflanze und Rauschdroge bei Sumerern
und Ägyptern verwendet. Seit 1909 wird versucht, Opium weltweit unter staatliche Kontrolle zu stellen, um Missbrauch und Sucht zu verhindern. Allerdings kann die Medizin bis heute nicht auf Opium und Morphium als Schmerzmittel verzichten. In den frühen 20er-Jahren wurde das Konsumverbot durchgesetzt, gleichzeitig wuchsen allerdings illegaler Anbau und Handel. Der Einstieg in den weltweiten Heroinhandel wurde auch durch äußere Einflüsse wie dem Vietnamkrieg bewirkt, Südostasien wurde zum beständigsten Lieferanten illegalen Rohopiums. Wirkung Der Wirkmechanismus der Opiate und Opioide beruht auf ihrer spezifischen Bindung an Opiat-Rezeptoren im Zentralnervensystem und teilweise auch in peripheren Organen (Darm). Als typische Effekte treten unter anderem eine Hemmung der zentralen Schmerzempfindung, des Hustenreflexes und der Empfindlichkeit des Atemzentrums auf. Über Opiat-Rezeptoren des Limbischen Systems bewirken die Opiate eine euphorische Stimmungslage und einen bei bestimmten Angst- und Spannungszuständen dämpfenden Effekt. In niedriger Dosis erzeigt Opium Gefühle der Entspannung und des Wohlbefindens mit traumähnlichem Erleben. Die Wirkungen werden als beruhigend, entspannend, schlaffördernd und bewusstseinsmindernd beschrieben. Bei Überdosierung werden wichtige zentrale Kontrollmechanismen gehemmt. Schutzreflexe wie Husten- und Würgereflexe werden unterdrückt und es kommt in Folge zu Atemdepression, Koma, Schock und Kreislaufversagen. Opiate haben ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial. Sukzessive Dosissteigerung und Abhängigkeit in wenigen Monaten sind charakteristisch. Entzugssymptome werden mit Unruhe, Muskel- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Kälteschauer und Schwitzen beschrieben.
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