M E T H A D O N
Art der Droge
Methadon ist ein synthetisches Opiat (Opioid) mit langer Wirkungsdauer.
Es wurde während des 2. Weltkriegs auf Befehl einer Abteilung der Wehrmacht von der Fa. Hoechst als Morphiumersatz entwickelt.
Heute wird es weltweit überwiegend zur Substitution Heroinabhängiger eingesetzt. Es wird hauptsächlich in flüssiger Form oral verabreicht, kann aber auch injiziert werden.
Wirkungsweise
Methadon hat eine wesentlich längere Wirkungsdauer als Heroin, nämlich bis zu 24 Stunden, während das Heroin nur 4 bis 6 Stunden wirkt.
Die Wirkung ist mit den Effekten anderer Opiate vergleichbar; bei oraler Einnahme entfällt allerdings das euphorische Hochgefühl ("Kick"), das für die Heroininjektion charakteristisch ist.
Es ist daher für substituierte Drogenabhängige kein vollwertiger Ersatz für das Heroin, eignet sich aber zur Unterdrückung von Entzugserscheinungen.
Die gleichzeitige Einnahme anderer Drogen wie Alkohol, Kokain oder auch bestimmter Benzodiazepine (Rohypnol) führt jedoch zu stark euphorischen Rauschzuständen.
Daher ist der zusätzliche Konsum anderer Drogen bei Substituierten besorgniserregend häufig.
Nebenwirkungen
Methadon zeigt die typischen Nebenwirkungen aller Opiate.
Auch bei Methadon führt eine Überdosis zum Atemstillstand. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Drogen (vor allem Rohypnol) besteht die Gefahr des Kontrollverlusts mit aggressiven Entladungen.
 
Gesundheitliche Risiken
Bei längerer Einnahme werden vermehrtes Schwitzen und Verstopfung beobachtet.
Bei Substituierten sind depressive Verstimmungen nicht selten. Die Patienten leiden vielfach unter Ein- und Durchschlafstörungen, häufigem Wasserlassen während der Nacht, Tagesschläfrigkeit und Benommenheit.
Oft werden sexuelle Störungen berichtet.
Auch Angst und Panikattacken sowie Unruhe und Nervosität gehören zu den häufigeren Symptomen bei Methadon- Langzeitpatienten.
Bei Frauen treten vermehrt menstruelle Störungen auf.
Weitere Symptome sind Verlangsamung und Gleichgültigkeit, Interesselosigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen.
Suchtgefahr
Wie alle Opiate ist auch Methadon höchstgradig suchterregend.
Da es allerdings, wenn überhaupt, nur eine sehr milde euphorisierende Wirkung besitzt, verführt es substituierte Drogenabhängige zum gleichzeitigen Konsum anderer Drogen, die dann das begehrte Hochgefühl bringen sollen.
Dadurch kann eine Polytoxikomanie (Mehrfachabhängigkeit) entstehen, die noch wesentlich intensiver ist als die Heroinabhängigkeit allein.
Rechtsstatus
Methadon ist ein verschreibungsfähiges Betäubungsmittel, unterliegt allerdings dem Betäubungsmittelgesetz.

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