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      Alcopops.

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Substanz
Unter dem Begriff „Alcopops“ werden im Allgemeinen alkoholische Fertig-Mixgetränke zusammengefasst, die sich wiederum in Bier-/Wein-Mixgetränke und Spirituosen-Mixgetränke untergliedern lassen. Die zuletzt genannten dürfen im Rahmen des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) nicht an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden. Dagegen sind die bier- sowie weinhaltigen Alcopops für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren tabu. Die Bestimmung gilt jedoch nicht, wenn sich die Angehörigen dieser Altersgruppe in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person befinden. Hervorzuheben ist hier, dass sich die Altersbegrenzung nicht am Alkoholgehalt in Vol.-%, sondern an der Art des enthaltenen Alkohols festmacht.
Manche Fachliteratur fasst jedoch die Bezeichnung „Alcopops“ ziemlich eng und bezieht sie lediglich auf Limonaden, denen destillierter Alkohol zugesetzt wird. 
Neben „Alcopops“ tauchen auch Kurzformen wie 
„Premix“ oder „RTD“ (engl.: Ready To Drink) auf. 

Inhaltsstoffe
Der Alkoholgehalt schwankt zwischen den einzelnen Marken. In der Regel liegt er jedoch zwischen fünf bis sechs Vol.-%. In einer handelsüblichen 275-ml-Flasche, in denen Alcopops vorzugsweise verkauft werden, ist demnach mehr Alkohol enthalten als in zwei Schnapsgläsern mit Korn. Die Mixgetränke weisen oft Konservierungs- und Zusatzstoffe, wie etwa Benzoesäure (E 210) und Natriumbenzoat (E 211) auf, die im Hinblick auf Unverträglichkeiten nicht unumstritten sind. Hinzukommen Stabilisatoren, zum Beispiel Apfelsäure (E 296), Farbstoffe, intensive Aromen, zum Teil auch Fruchtsäfte, Kohlensäure sowie Süßungsmittel. Daneben tauchen auch Substanzen auf, die in Energy-Drinks Verwendung finden. Hier ist vor allem Guarana zu nennen. In Großbritannien hat man sogar Alcopops kreiert, die aphrodisierende Kräuter beinhalten.

Neue Einstiegsdroge?
Vor dem Hintergrund eines Absatzrückganges bei den klassischen Alkoholgetränken hat sich die Herstellerindustrie einen neuen, jungen Kundenkreis erschlossen. Der Erfolg der Alcopops beruht einerseits auf der Überdeckung des Alkoholgeschmacks, den insbesondere (junge) Frauen und Jugendliche zum Teil als unangenehm empfinden, mithilfe eines hohen Zuckeranteils. Dieser Zuckergehalt verstärkt, vor allem in der zusätzlichen Verbindung mit Kohlensäure, die berauschende Wirkung. Zudem nehmen Jugendliche Alcopops als einer Art fruchtige Erfrischungsgetränke wahr. Dadurch werden sie zu einem vermehrten Trinken verführt, was wiederum eine größere Aufnahme von Alkohol bedeutet. Aus dem Blickwinkel der Suchtprävention ist dieser Umstand äußerst problematisch, denn eine frühe physische und psychsiche Gewöhnung kann sich somit einstellen. Fachleute befürchten deshalb, dass sich Alcopops zu einer neuen Einstiegsdroge für Alkoholabhängigkeit entwickeln. Gründe für den verstärkten Absatz der Alcopops liegen auch im relativ günstigen Preis und der ausgefeilten Marketingstrategie, die sich in einer szenetypischen Produktgestaltung sowie einer frechen, peppigen Werbung manifestiert. Laut des Berichtes „Drinking among young europeans“ der Weltgesundsheitsorganisation (WHO) aus dem Jahre 2001 zielen etliche Werbebotschaften auf die sozialen Aspekte des Alkoholtrinkens, wie beispielsweise auf Stressabbau, Kontaktfreude oder Statusmaximierung. Ein positives Image wird ferner aufgebaut, indem Jugendveranstaltungen, etwa Musik- und Sportevents, gesponsert werden. Auch die jeweiligen Produkt-Websites tragen

 dazu bei. Innerhalb der jugendlichen Bevölkerung wird auf diese Weise das Gefühl gefördert, das Alcopops speziell für sie produziert werden. Damit können sie sich von (älteren) Erwachsenen abgrenzen. Welch großer Einfluss der Werbung hinsichtlich des Bekanntheitsgrades von Alcopops zuzuschreiben ist, zeigt sich anhand einer Erhebung, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Rahmen einer umfas- senden Repräsentativbefragung mit dem Titel „Bekanntheit, Kauf und Konsum von Alcopos bei Jugendlichen 2003“ durchgeführt wurde. Alcopops werden also überwiegend durch Werbemaßnahmen zur Kenntnis genommen, dicht gefolgt durch die Sichtung in Supermärkten. Tankstellen, Freunde und Diskotheken sind ebenfalls Informationsquellen. 

Repräsentativbefragung 
zum Alkoholkonsum
Gemäß der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW (ginko) trinken in Deutschland Kinder beziehungsweise Jugendliche im Allgemeinen zu früh, zu häufig und zu viel Alkohol. Diese Tendenz erfährt durch den Konsum von Alcopops noch eine Verstärkung. 
Die bereits erwähnte Befragung der BZgA ist in diesem Kontext zu interessanten Ergebnissen gelangt.
Mittlerweile sind in der Gruppe der 14- bis 17-Jährigen Alcopops die bevorzugte alkoholische Getränkeart. Bier liegt in der Beliebtheit erst an zweiter Stelle, gefolgt von Wein und Sekt. „Reine“ Spirituosen bilden das Schluss-licht. Als auffällig muss hier hervorgehoben werden, dass sogar über die Hälfte der Jugendlichen in dieser Alterslage keine hoch prozentigen Getränke wie Schnaps, Whisky, Weinbrand oder Ähnliches zu sich nimmt, aber lediglich ein Viertel keine Alcopops, die überwiegend Spirituosen enthalten, trinkt. 14- bis 17-Jährige konsumieren sogar, so die BzgA, öfter Alcopops als junge Erwachsene im Alter von 18 bis 29 Jahren.
Bemerkenswert ist weiterhin, dass zwischen weiblichen und männlichen Jugendlichen – sieht man von dem Segment der 14- bis 15-Jährigen einmal ab – beim 
Alcopops-Konsum kaum ein Unterschied besteht. Im Falle von Bier und anderen Alkoholika verschiebt sich dagegen das Verhältnis.

Drogenpolitische Reaktionen
Die Schweiz hat bereits eine erhebliche Erhöhung der Alkoholsteuer auf Alcopos beschlossen. In Frankreich ist der Markt für diese Getränke nach einer 1997 eingeführten Zusatzsteuer, die zu einer durchschnittlichen Verdoppelung des Endverkaufspreises führte, quasi zusammengebrochen. Laut einer Presseerklärung vom November 2003 erwägt auch die Bundesregierung die Einführung einer Strafsteuer auf alkoholhaltige Limonaden. Die Drogenbeauftragte Marion Caspers-Merk warnte eindringlich vor dem Gefahrenpotential dieser „Hyperdrinks“. Sie schätzte in diesem Zusammenhang den Weg Frankreichs als Erfolg versprechend und gangbar ein, nicht zuletzt wegen seiner EU-Konformität. Unterstützung signalisierte Verbraucherministerin Renate Künast, die sich dafür aussprach die Erlöse der Sonderabgabe zweckgebunden in Aufklärungskampagnen und Drogenbekämpfungsmaßnahmen fließen zu lassen.


Quellen: Biss-Fest! Hintergründiges zu Lebensmitteln: Scharfer Sprit hinter süßer Maske. http://www.foodwatch.de (Suchbegriff: Alcopops; 14.01.2004)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Bekanntheit, Kauf und Konsum von Alcopops bei Jugendlichen 2003. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren. www.bzga.de/bzga_stat/studien/material/Alcopops_Jugendliche.pdf (22.01.2004)

Morlang, Silke: Alcopops. Der riskante Kick aus der Flasche. 
www.ginko-ev.de/ginko.html (Suchbegriff: Alcopops; 22.01.2004)

Regierung arbeitet an Strafsteuer auf Alcopops. (24.11.2003)
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/150/22128/ (22.01.2004)


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BUNDESZENTRALE FÜR GESUNDHEITLICHE AUFKLÄRUNG 

Informationsquellen*
14- bis 17-Jährige 

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*Basis der Prozentuierung: Alle Befragten, die angeben Alcopops schon einmal gesehen 
oder davon gehört zu haben und diejenigen, die nach Vorlage einer Liste mit Markennamen 
mindestens einen Namen genannt haben!




Alkoholkonsum von Jugendlichen
14- bis 17-Jährige 

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Quelle: Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln, 
durch forsa, Berlin, November 2003

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