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Stichwort: Aga-Kröte 
Allgemeines
Die Aga-Kröte ist eine der größten
aus der Familie der Kröten (Bufonidae). Ein erwachsenes weibliches
Exemplar kann es auf eine Länge von über 25 Zentimetern
bringen und dabei etwa 2,5 Kilogramm wiegen. Ihr gedrungener bräunlicher
Körper ist warzig. Aus zwei Drüsen an ihrem Kopf sondert
sie ein giftiges Sekret ab, das sich über die ganze Haut verteilt.
Bei Stress, etwa wenn sie sich bedroht fühlt, kann das Sekret
mit hohem Druck herausspritzen. Beim Menschen kann die Flüssigkeit
Halluzinationen und Herzprobleme hervorrufen. Das Sekret erfreut
sich in Szenekreisen großer Beliebtheit. Menschen auf der Suche
nach einem Rauscherlebnis lecken aber nur selten an einer Aga-Kröte.
Sehr viel häufiger wird das Tier getötet und das Sekret
zu einem Sud gekocht. Die entsprechend zubereitete Haut oder das
Sekret können auch geraucht werden. Zur vermehrten Sekretproduktion
wird die Kröte mit den Fingern oder einem Feuerzeug gereizt.
Anscheinend wird das Sekret der Kröte nicht in ihrem Ursprungsland
als Droge eingesetzt. Meldungen über den Missbrauch des Halluzinogens
kommen aus Queensland (Australien) und den USA. Das Sekret, dessen
Gebrauch strafbar ist, wird dort offenbar bei Drogenengpässen
eingesetzt. Die Anwendung der Aga-Kröte in Deutschland ist wenig
verbreitet, ihr Sekret wird hierzulande meist geleckt.
Geografische Herkunft und Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat der Aga-Kröte
(wissenschaftliche Bezeichnung Bufo marinus, auch Colorado-Kröte
genannt) ist Süd- und Mittelamerika. Die Tiere wurden ab 1935,
vermehrt in den 50er Jahren nach Australien importiert, um auf den
Zuckerrohrplantagen der nördlichen Territorien Schädlinge,
vor allem Zuckerrohrkäfer, zu vernichten. Doch die Kröten
eigneten sich nicht zur Bekämpfung der Käfer. Nicht zuletzt
wegen ihrer unglaublichen Gefräßigkeit entwickelte sie
sich dort mittlerweile selber zu einem gefährlichen Schädling,
der Teile der einheimischen Fauna bedroht.
Rauscherlebnis
Die
Inhaltsstoffe des Sekrets haben eine berauschende Wirkung. Vermutlich
spielen aber auch die Erwartungshaltung und die Stimmung des Konsumenten
sowie der Ort des Konsums, eine wichtige Rolle. Es ist eben etwas
anderes, eine Haschischpfeife zu rauchen als eine lebendige Kröte
abzulecken. Der Aspekt des Ekels und der Mutprobe beeinflussen daher
möglicherweise die Wahrnehmung. Die Wirkung tritt nach etwa
20 bis 30 Minuten ein. Die Halluzinationen ähneln denen, die
durch LSD hervorgerufen werden am meisten, zu nennen sind:
• Farberscheinungen,
• Redefluss,
• Euphorie und
• Selbstüberschätzung.
Im Verlauf der Wirkung wandeln sich diese Symptome
in eine Introvertiertheit, wie es nach dem Konsum von Tetrahydrocannabinol
(Haschisch, Marihuana) und Phencyclidin (PCP, Angeldust) beschrieben
wird. Horrortrips, Echoreaktionen und psychotische Zustände
können nicht ausgeschlossen werden.
Inhaltsstoffe und Wirkungen
Im Sekret der Kröten sind Substanzen aus
verschiedenen Stoffgruppen enthalten. Es handelt sich um Bufotoxine, Bufogenine,
Indoalkylamine und Katecholamine, wie beispielsweise Adrenalin. Die
Wirkungen der einzelnen Inhaltsstoffe greifen ineinander und verstärken
sich teilweise gegenseitig. Die genaue Zusammensetzung der Sekrete
ist von Tier zu Tier verschieden, wodurch die hervorgerufene Wirkung
bei dem jeweiligen Konsumenten schwer vorauszusehen ist, vor allem
auch deswegen, weil die Grundstimmung des Konsumenten eine wichtige
Rolle spielt.
Bei den Bufotoxinen handelt es sich um verschiedene Substanzen, die
eine mit Digitalispräparaten vergleichbare Wirkung auf das Herz
haben. Hierzu gehören die Senkung der Herzfrequenz und die Erhöhung
der Schlagkraft des Herzens.
Die im Sekret nachgewiesenen Halluzinogene sind Bufotenin (Dimethyltryptamin,
DMT) und 5-Methoxy-DMT. Außerdem konnten strukturverwandte
5-Metoxymonomethyltryptamine nachgewiesen werden. Die halluzinogene
Wirkung des Aga-Sekretes ist nach bestehenden Erkenntnissen im Wesentlichen
auf die Substanzen DMT und 5-Methoxy-DMT zurückzuführen.
DMT ist dabei für das schnelle Eintreten der Halluzination verantwortlich,
die Stärke der Halluzination wird durch 5-Methoxy-DMT bestimmt.
Bufotenin wirkt weniger halluzinogen und dafür stärker
kardiotoxisch (herzschädigend).
Als
Katecholamine befinden sich in dem Krötensekret Adrenalin
und Noradrenalin. Sie regen den Sympathikusnerv an, der als „Gegenspieler“ des
Parasympathikus Teil des autonomen Nervensystems ist. Die dadurch
erfolgte Wirkung, wie beispielsweise erweiterte Bronchien und
ein beschleunigter Herzschlag, tritt cirka 5 bis 10 Minuten nach
der Einnahme des Sekretes ein, und damit früher als die
halluzinogene Wirkung, die erst nach 20 bis 30 Minuten eintritt.
Bei Trocknung des Sekrets kommt es zu Stoffveränderungen beispielsweise
durch Oxidationsprozesse an der Luft. Mit dem hämolytisch wirkenden
Inhaltsstoff Phrynolysin gibt es noch keine Erfahrungen, denn die
Substanz müsste zur genaueren Untersuchung und Beurteilung intravenös
appliziert werden. Unter einer hämolytischen Wirkung versteht
man die Zerstörung der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen.
Gefahren und Symptome einer Vergiftung
• Übelkeit
• Erbrechen
• Kopfschmerzen
• Schwindelgefühl
• Augenzittern
• geweitete Pupillen
• Blaufärbung von Haut- und Schleimhäuten
• Blutdruckanstieg
• kardiotoxische Auswirkungen
• Herzrhythmusstörungen
• epilepsieartige Verkrampfungen
Die
Bandbreite der Wirkung ist hoch. Einerseits steigern die Katecholamine
die Herzfrequenz, die Bufotoxine andererseits wirken negativ chronotrop,
senken also die Herzfrequenz. Katecholamine und Bufotoxine sowie
die Wechselwirkung beider Substanzen können zu Herzrhythmusstörungen
führen.
Bei einer Vergiftung durch das Sekret sind eine lebensbedrohliche
Verlangsamung der Pulsfrequenz auf bis zu 20 Schlägen pro Minute
sowie ein Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen zu beobachten.
Eine vermutlich noch größere Gefahr geht aber von der
psychotropen Wirkung des Krötensekretes aus, es kann zu psychischen
Veränderungen kommen.
Therapie
Eine Therapie ist meist nicht erforderlich,
da die Wirkung des Sekretes nur kurz ist. Wenn sich dennoch behandlungsbedürftige
Erscheinungen zeigen, kann auf Grund eines mangelnden Antiserums
gegen das Kröten-Sekret nur symptomorientiert behandelt werden.
Rechtliche Aspekte
Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen
Anhang B dürfen Aga-Kröten nur unter bestimmten Voraussetzungen
nach Deutschland eingeführt werden. Sie werden dennoch in der
Bundesrepublik legal vertrieben.
Zusammenfassung: Beate Maria Bollig
Quellen:
Bastigkeit, M. (2003): Rauschdrogen - Drogenrausch.
Eigenschaften, Wirkung und Notfallbehandlung, Edewecht/Wien.
Bastigkeit, M. (2003): Rauschgifte. Ein naturwissenschaftliches Handbuch,
Eschborn.
http://www.medicine-worldwide.de/pharmakologie/drogen/
agakroete.html
http://www.medicine-worldwide.de/pharmakologie/drogen/
agakroete.html?gfx=0
http://www.discovery.de/de/pub/specials/tierische_giganten/
tierische_rekorde/aga_kroete.htm
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